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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Ingrimm

Die Todgeweihten grüßen Euch! Ingrimm haben sich innerhalb zweier Alben schon zu einem der wichtigen Acts im Bereich "Mittelalter-Metal" gespielt, und mit ihrem im Herbst erschienen Todgeweiht stellenweise Begeisterungsstürme ausgelöst. Die größte Stärke der Band bleibt aber weiterhin der Livegig und der hautnahe Kontakt zu den immer zahlreicher werdenden Fans.
In Vorbereitung auf einen spannenden Konzertsommer durfte ich Fenris, dem Frontmann der Ingrimmigen Bande einen Haufen Fragen stellen, die er auch umgehend beantwortet hat.

Otti:
Hallo Ingrimm, im Herbst ist euer bis dato aktuellstes Album "Todgeweiht" erschienen. Was ist seitdem um euch geschehen?

Fenris:
Hallo Nightshade! Bei uns kehrt ja niemals Ruhe ein. Schon direkt nach der Veröffentlichung von "Todgeweiht" haben wir schon wieder viele Songideen am Start. Ausserdem sind wir ja nach wie vor unterwegs, um den Ingrimm in die Lande zu tragen. Unter anderem war auch Tschechien nicht sicher vor uns. Auch 2009 sind wir wieder gut unterwegs und es kommen laufend neue Gig-Anfragen dazu.

Otti:
Und seid ihr im Nachhinein zufrieden mit dem Werk?


"Es gab sogar Lob von Fanzines, die unser Debüt sehr negativ bewertet oder völlig ignoriert hatten."

Fenris:
Wir finden das neue Album absolut gelungen. Es spiegelt die musikalische Weiterentwicklungs unseres Stils wider. Wir sind als Band weiter zusammengewachsen und voll aufeinander eingespielt. "Todgeweiht" ist härter, metallischer aber auch verspielter ausgefallen. Wir haben gerade in der Rhythmik die Parts viel intensiver ausgefeilt als auf unserem Erstling. An einige Ideen mussten wir uns selbst erst gewöhnen, aber vom Endergebnis sind wir voll und ganz überzeugt.

Otti:
4 der 11 Songs auf dem Album haben den gleichen Titel wie Lieder von "Schandmaul". Ist das Absicht, und was verbindet euch mit den Schandmäulern?

Fenris:
Ehrlich gesagt achte ich beim Schreiben der Liedtexte nicht darauf, ob irgendeine Band vielleicht schon gleichnamige Titel veröffentlicht hat. Die Namensgleichheit der Titel ist wirklich reiner Zufall. Davon habe ich auch erst nach der Veröffentlichung erfahren. Ich kenne zwar den Hubsi, den Ex-Schandmaul-Bassisten, aber nach dessen Ausstieg hat mich die Band nicht weiter interessiert. Bis auf die Tatsache, dass wir aus dem selben Bundesland stammen verbindet uns also nichts.

Otti:
Mein erster (und bisher auch einziger) Live-Gig von euch war im letzten September auf dem Heavy Metal Cologne-Festival. Dort habe ich eine junge Frau namens Sabena kennengelernt, welche unter ihrem Kleiderlabel "Folks" auch euere Bühnenoutfits kreiert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit, und was ist das besondere an Sabena's Arbeit?

Fenris:
Die Sabena wurde uns von unserem Labelboss vorgestellt. Sie ist an ihn herangetreten und meinte, sie hätte da ein paar Ideen für Bühnenklamotten. Bald darauf setzten wir uns zusammen und gaben diesen Ideen eine Form. Sabena wollte uns nicht in eine "Bühnenuniform" stecken. Ihr war es wichtig, die Persönlichkeit jedes Musikers zu unterstreichen und dennoch damit ein stimmiges Gesamtkonzept zu kreieren. Das ist ihr unserer Meinung nach sehr gut gelungen.

Otti:
Generell habt ihr auch schon einige interessante Konzerte geben dürfen, wie man so liest. Wenn ihr auf die bisherige Tourzeit zurückschaut, welches Konezrt ist euch denn als besonders negativ in Erinnerung geblieben?

Fenris:
Wirklich negative Erlebnisse sind uns bisher zum Glück erspart geblieben. Sicher tauchen immer wieder mal Probleme verschiedener Art auf, die sich aber immer irgendwie lösen ließen oder sich sogar im Nachhinein als äusserst spaßig herausstellten. Es passierte uns zum Beispiel bei einem Konzert in einem kleinen Club, dass die Vorband die PA genau mit ihrem letzten Lied geschrottet hatte. Nur noch die Monitorboxen funktionierten noch. Also drehten wir kurzerhand die Monitore zum Publikum und rockten los. Für uns auf der Bühne war es zwar ein kompletter Blindflug, aber der Stimmung in diesem Laden tat es keinen Abbruch. Wir wurden sogar von den Fans daran gehindert, die Bühne zu verlassen, um noch eine vierte Zugabe zu spielen. Absolut verrückt, aber wir hatten sehr viel Spaß.

Otti:
Was gehört denn für euch zu einem rundum erfüllten Konzertabend alles dazu?

Fenris:
Das sind wohl die Dinge, die sich jeder Musiker wünscht. Fans in Feierlaune, eine tolle Bühne, ein guter Sound, eine gute Organisation usw... Aber das Wichtigste ist für uns, dass die Fans vor der Bühne ihren Spaß haben. Wir legen in jedes Konzert unsere gesamte Energie. Uns macht unsere Musik Spaß und das strahlen wir auch auf der Bühne aus. Wenn wir dann nach der Show noch ein kühles Bier mit den Fans heben und sie uns sagen, dass sie ebenfalls ihren Spaß hatten, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Otti:
Ist "Musik machen" eher eine Kunst, oder eine Leidenschaft?

Fenris:
Beides! Es bedarf der Kunst, ein Instrument zu beherrschen und Lieder zu komponieren. Die Triebfeder dazu ist die Leidenschaft. Ergo IST Musik Leidenschaft!

Otti:
Euer Label und auch sonstiger Partner sind die Jungs und Mädels von "Black Bards Entertainment". Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Fenris:
Wir hatten unsere Promoscheibe an viele Labels verschickt. Dadurch hatte unter anderem auch BBE von unserer Scheibe Wind bekommen und man schickte uns ein Angebot. Kurze Zeit später lernten wir auf einem Gig den Labelboss persönlich kennen und unterhielten uns ausführlich mit ihm. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns schließlich, mit Black Bards Entertainment zusammen zu arbeiten.

Otti:
Grad das "Mittelalterrock"-Genre ist in den letzten Jahren stark angewachsen, wodurch es heutzutage schwer fällt, Kritiker zu überzeugen. Wie geht ihr mit schlechten Kritiken um?

Fenris:
Mit unserem Debüt hatten wir ja eine stark polarisierende Wirkung auf die Fachpresse. Entweder wurden wir hochgelobt oder absolut verrissen. Auffallend war, dass es kaum eine mittelmäßige Kritik gab. Das fanden wir klasse! Love us or hate us! In den schlechten Rezensionen spielte die persönliche Abneigung des Verfassers gegen alle Bands eine Rolle, die Musik mit Sackpfeifen und E-Gitarren machen und nicht auf den Namen In Ex hören. Unter solchen Voraussetzungen kann man keine objektive Meinung erwarten, statt dessen hagelte es Beleidigungen, persönliche Angriffe, Unterstellungen und abenteuerliche Vermutungen, nur keine fundierte Kritik. Nach anfänglichem Ärger haben wir solche Entgleisungen mit Humor genommen. Die Rezensionen zu "Todgeweiht" sind durchwegs positiv ausgefallen. Es gab sogar Lob von Fanzines, die unser Debüt sehr negativ bewertet oder völlig ignoriert hatten. Das freut uns natürlich sehr! Dessen ungeachtet ziehen wir so oder so unser Ding durch. Wir werden uns nicht verbiegen lassen.

Otti:
Und was haltet ihr generell von der Presse?

Fenris:
Sie ist ein wichtiges Instrument zur Information und Meinungsbildung, hat aber auch eine große Macht, die leicht missbraucht werden kann. Schwarze Schafe gibt es überall, aber im Großen und Ganzen machen Journalisten einen guten Job (wenn man mal die ganzen Klatschblätter ausser acht lässt). Dennoch ist es wichtig, die erhaltenen Informationen zu hinterfragen. Das eigene Denken wird einem von der Presse nicht abgenommen.

Otti:
In "Rot" thematisiert das immernoch tabuisierte und oft aber auch in lächerliche gezogene Problem der Selbstverletzung. Wie erklärt ihr euch, daß dieses Phänomen sich immer mehr ausbreitet, bzw immer mehr an die Öffentlichkeit gelangt?

Fenris:
Ich habe mich mit diesem Thema erst beschäftigt, als in meinem Bekanntenkreis ein solcher Fall auftrat.Meiner Meinung nach trägt unser moderner, schneller, unpersönlicher und oberflächlicher Umgang miteinander zu einer solchen Reaktion bei. Von der Gesellschaft wird jeder Mensch dazu gezwungen, schon im jungen Alter gewisse Gefühle nicht nach außen hin zu zeigen, weil sich das doch nicht gehört. Man hat sich nicht zu beschweren, sondern man hat zu funktionieren. Diese unterdrückten Gefühle bauen einen inneren Druck auf, der sich ein Ventil sucht. Die meisten Menschen reagieren sich dann einfach mal ab, lassen ordentlich Dampf ab und dann gehts ihnen wieder gut. Aber die betroffenen Personen sind dazu nicht in der Lage, statt dessen wenden sie Gewalt gegen den eigenen Körper an. Meistens tritt dieses Phänomen bei jungen Leuten auf, gerade in der Pubertät, wo die Gefühlswelt sowieso verrückt spielt. Es fehlt die Selbsterkenntnis und oft auch das Selbstvertrauen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, wo immer mehr in immer weniger Zeit passieren muss. Da bleiben viele wichtige Dinge auf der Strecke, zum Beispiel Zeit, um miteinander zu reden und auch zuzuhören. Es gibt viele mögliche Gründe dafür. Warum diese Thema in die Öffentlichkeit gelangt? Da sind wohl die Medien nicht ganz unschuldig daran. Manche befassen sich ernsthaft mit diesem Thema, aber leider ist es auch ein gefundenes Fressen für die Regenbogenpresse.

Otti:
Das Internet bietet ja neben neuen Präsentations- und Vertriebs-Möglichkeiten für Musik auch verschiedenste Möglichkeiten mit Fans und Freunden zu kommunizieren. Welche nutzt ihr selbst denn davon?

Fenris:
Neben unserer Homepage haben wir auch ein Profil auf Myspace, wo wir auch häufig online anzutreffen sind, weil uns der enge Kontakt zu unseren Fans wichtig ist. Unsere Fans sind es auch, die viele Mitschnitte von unseren Konzerten bei youtube reinstellen. Inzwischen hat sich sogar unter dem Namen "Ingrimms Kinder" ein Fanclub gegründet.

Otti:
Ein häufiges Thema in "mittelalterlicher" Musik, und auch bei euch, ist der mystifizierte Krieger. Darf man denn in der heutigen Welt Kampf und Gewalt überhaupt noch romantisieren?

Fenris:
Das Lied trägt den Titel "Krieger", aber hast du schon auf den Text gehört? Darin glorifizieren wir bestimmt nicht den schwertschwingenden Hünen, wie der Titel vielleicht suggeriert. Es geht um die Werte, nach denen ein damaliger Krieger schon allein seiner Ehre wegen zu leben hatte. Mut, Aufrichtigkeit, Treue, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, um nur einige zu nennen. Werte, die in unserer Gesellschaft stark rückläufig sind. Beispiele dafür gibt es in Hülle und Fülle. Das Ehrenwort hat sein Gewicht längst verloren und dient nur noch als hohle Phrase. Wir gucken zu, wenn ein paar Halbstarke einen Obdachlosen verprügeln oder Neonazis Türken jagen. Das ließe sich endlos fortsetzen. Ich möchte damit nicht sagen, das früher alles ja sooo viel besser gewesen ist. Das war es bestimmt nicht! Mein Liedtext meint, dass wir uns mit unserer Geschichte auseinander setzen und daraus Lehren ziehen sollten . Es wurde viel verfälscht. Gerade die nordische Symbolik musste ja für den Rassenwahn und die Propagandamaschinerie des dritten Reiches herhalten. Deren wahre Bedeutung wurde von den Nazis total pervertiert. Eine Passage aus "Krieger" lautet: "Ein Stein viel zeigt, ist er von braunem Dreck befreit. Nur der versteht, der tief darunter gräbt!" Ich will damit sagen: Denkt nach, Leute, macht euch kundig und fragt nach der wahren Bedeutung! Wer das Wissen hat, kann den oberflächlichen Verführern die Stirn bieten. Der ist ein Krieger!


"Uns macht unsere Musik Spaß und das strahlen wir auch auf der Bühne aus."

Otti:
Was sollten unsere Leser sonst noch über Ingrimm wissen, was in diesem Interview viel zu kurz kam?

Fenris:
Über uns ist schon so einiges geschrieben worden, ob positiv oder negativ. Ich denke, jeder sollte sich sein eigenes Bild von uns und unserer Musik machen, frei von vorgefertigten Meinungen. Wir haben Spaß an unserer Musik und solange uns der nicht verloren geht, solange wird der Ingrimm weiter rocken. Wer uns Fragen stellen will kann uns gerne auf myspace löchern. Wir sind dort anzutreffen, so oft es geht. An dieser Stelle möchte ich all unsere Freunde da draussen grüßen: Bleibt wer ihr seid, bewahrt euch die Wut im Bauch und Ingrimm im Herzen.

Otti:
Vor kurzem hatten wir einen "Freitag den 13.", im März wiederholt sich der "Pechstag". Macht es euch Angst, daß dies die 13. Frage in diesem Interview ist?

Fenris:
Oh ja, und wie! Vor allem, weil ich am Freitag den 13ten mein Hufeisen nach einer schwarzen Katze geworfen habe, weil sie mein vierblättriges Kleeblatt gefressen hat! Leider hab ich sie verfehlt! Das Hufeisen hat dafür aber meinen Spiegel erwischt und in einen Scherbenhaufen verwandelt! Hey, Scherben bringen doch Glück, oder? Nein, im Ernst, auf einen Freitag den 13. oder sonstigen Mist geben wir überhaupt nichts.

Vielen Dank für das Interview

Greetz

Fenris

Ingrimm @ MySpace

Art des Interviews: Email
11.03.2009 by Otti

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