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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Entera

Fast zwanzig Jahre im Geschäft, machten die Trash-Schädel von Entera im letzten Jahr mit ihrer neuesten Scheieb Dailey Terror auf sich aufmerksam, und vor kurzem erst mit einem Soundtrack-Beitrag zum Film "Suffer And Die". Nach dem musikalischen Neubeginn vor 5 Jahren scheint die Band um Mastermind Carsten Lutter also wieder einen Aufschwung zu erleben, und steuern dabei zielstrebig auf das beeindruckende Jubiläum mit der "20" zu. Grund genug für uns, Carsten mal um ein paar Antworten zu bitten, die er uns auch gerne und herzlich gegeben hat.

Otti:
Hallo Carsten, schön daß Du dich diesem Interview stellst. Für alle Leser die noch nie von Entera gehört haben: Sag doch mal in wenigen Sätzen was ihr macht, und warum man euere Musik der anderer Bands bevorzugen sollte.

Carsten:
Ich denke, dass wir uns vom Sound und in der Art Songs zu schreiben deutlich von anderen Bands abheben. Wir schreiben die Songs so, dass sie in der Trio-Besetzung gut klingen. Wenn der Gitarrist ein Solo spielt, dann benutze ich oft einen verzerrten Bass Sound. Ich mag es nicht, wenn Bands eigentlich nur ein Trio sind und dann im Studio 5 Gitarren- Spuren benutzen und Live stehen sie dann nur zu dritt auf der Bühne. Wir versuchen Live und auf Platte einen ähnlichen Sound hin zu bekommen.


"Die Metal Szene wird schon weiter existieren, aber Bands wie Maiden, Slayer, Suffocation usw sind einzigartig."

Otti:
Vergangenes Jahr ist euere neue EP Daily Terror erschienen, die sich durchweg gut, aber auch irgendwie Oldschool anfühlt. Wie war denn so im Schnitt die Resonanz von Medien und Publikum?

Carsten:
Wir haben bislang ca 40 Reviews zu der CD bekommen und nur drei oder vier waren nicht so gut. Viele Radios haben auch schon die Songs gespielt und wir haben ein Angebot bekommen einen Song zu dem Horror Film "Suffer And Die" beizusteuern. Der Film ist im Juli erschienen und auf der DVD ist als Bonus sogar ein Clip von uns. Die beiden Videos und der CD Rom von der Daily Terror CD kommen bei vielen Leuten sehr gut an.

Otti:
Inhaltlich erweisen sich deine Lyrics oft als sehr direkt und steckt voller dreckiger Metaphern. Wodurch lässt Du dich da am liebsten inspirieren?

Carsten:
Viele Texte entstehen durch private Erlebnisse. If Assholes would be flying Pigs handelt z. B. von rücksichtslosen Leuten. Ich fahre viel mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln und es kommt oft vor, dass alte Menschen sich in die U-Bahn schleppen, aber keiner hält es für nötig auf zu stehen. Auf der zweiten CD hatten wir einen Song namens Uneconomical, der von meinen Erfahrungen mit der AOK handelt. Ich war krank und die Behandlung hätte damals ca 5000 Euro gekostet. Da hat mir der Typ von der AOK gesagt, dass es für sie unrentabel wäre, die Behandlung zu bezahlen.

Otti:
Du verwendest auch offenkundig auch gerne die lateinische Sprache in deinen Texten, worin liegt der Reiz jener doch angeblich toten Sprache?

Carsten:
Auf den ersten beiden CD`s hatten wir teilweise Texte komplett in Latein. Bei der aktuellen CD hat sich das nicht ergeben. Auf der nächsten wir aber wieder ein latainischer Text sein. Mir gefällt die Sprache und es lässt sich sehr gut singen. Der Name Entera kommt auch aus dem latainischen und es gibt viele Songtitel bei uns, die auf Latain sind. Als wir vor fast 20 Jahren damit angefangen haben, kannte ich keine andere Band, die so was machte. Ich höre oft so Kommentare wie "Entera - das klingt ja fast wie Pantera". Als wir uns den Namen 1989 ausgesucht hatten, kannte fast keiner -wir auch nicht- die Band Pantera.

Otti:
Musikalisch setzt die EP voll auf Thrash in Reinkultur, für die Zukunft sind allerdings laut Website neue musikalische wege geplant. Wo willst Du genau hin? Und glaubst Du "alte" Fans werden diesem Weg folgen?

Carsten:
Die grobe Richtung wird Thrash Metal schon bleiben. Mir würde eine Mischung aus Annihilator King Of The Kill und Death Crystal Mountain gefallen. Einen Tick härter wie bisher und wenn möglich sollten die Mitmusiker etwas mehr singen. Die Fans sind Änderungen bei Entera gewohnt. Da wir auf allen Veöffentlichungen bisher eine andere Besetzung hatten, klingt auch jede etwas anders.

Otti:
Momentan sucht ihr einen neuen Drummer und einen Gitarristen, und gebt dabei ein paar Songbeispiele die potentiellen Bewerbern gefallen sollten. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Idee der Vorauswahl?

Carsten:
Das ist relativ einfach zu erklären. Einen Teil der Songs covern wir. Slayer, Death, Annihilator, Motörhead sind alles Bands die wir covern. Wir spielen aber nicht alle Songs auf einem Konzert, sondern wechseln ab. Einen Gitarristen habe ich bereits gefunden. Er hat alle Songs bereits gelernt und wir haben schon den ersten neuen Song geschrieben.

Otti:
Ihr seid nun insgesamt seit 19 Jahren aktiv. Was waren die tollsten Erlebnisse in dieser langen Bandgeschichte? Und habt ihr fürs Jubiläum nächstes Jahr etwas besonderes geplant?

Carsten:
Für mich waren die besten Erlebnisse die Veröffentlichungen der EP und der 3 CD`s. Für das 20jährige Jubiläum werden wir schon was machen. Eine Veröffentlichung wird es wohl leider nicht werden, da die neuen Musiker erst mal die Songs lernen müssen und dann wollen wir neue Songs schreiben. Ich versuche ein Konzert zu organisieren mit einer größeren deutschen Thrash Metal Band.

Otti:
Die Frage ist jetzt nicht böse gemeint, aber wenn man sich so in der Metalszene umschaut sind die interessantesten Bands oft diejenigen, die wie ihr schon viele Jahre dabei sind. Hast Du die Befürchtung, daß diese Subkultur irgendwann an Überalterung ausstirbt?

Carsten:
Ich bin sicher, dass einige Bands in den nächsten Jahren aufhören werden. Wir sind auch schon fast 20 Jahren aktiv. Irgendwann wird halt mal Schluss sein. Die Metal Szene wird schon weiter existieren, aber Bands wie Maiden, Slayer, Suffocation usw sind einzigartig. Es wird Bands geben, die ähnlich klingen, sie sind aber nicht das Orginal. Es ist auch schwer, noch was neues im Metal Bereich zu machen.

Otti:
Ursprünglich kommt ihr aus dem schönen Saarland, wo ich letztens noch beim Feuerfänger-Festival zugegen war. Es scheint dort eine ziemlich große und kultuvierte Metalszene zu geben, aber abseits der Musik, was sind für dich persönlich die schönsten Eckpfeiler des Saarlands? Und wo siest Du die größten Unterschiede zu deiner neuen Heimat Nürnberg?

Carsten:
Der größte Unterschied zu Nürnberg ist, dass es im Saarland keine so große Städte gibt. Hier in Nürnberg gibt es jede Menge Leute, die überhaupt keinen Führerschein machen, weil sie mit den Öffentlichen überall hinkommen. Im Saarland bist du ohne Führerschein und Auto aufgeschmissen. Ich finde auch die Metalszene in Nürnberg deutlich größer als im Saarland. Ich musste im Saarland oft mit Aushilfsmusikern arbeiten, die nicht aus dem Metal Bereich kamen. Als Altersruhesitz ist das Saarland aber prima. Es ist sehr ländlich und ruhig.

Otti:
Für Bands und Musiker ist das Medium Internet mittlerweile unumgänglich geworden. Welche Vertriebs-, Promo- und "Networking"-Möglichkeiten nutzt Du da am liebsten, und was nervt dich am neuen elektronischen Zeitalter?

Carsten:
Das Internet bietet schon viele Möglichkeiten für uns. Die meisten Gigs mache ich nur noch über das Internet per Mail aus. Bei Myspace sind wir auch vertreten, aber ich finde die Myspace Seiten sehen nicht so toll aus. Da arbeite ich lieber an unserer Homepage. Unsere CD`s kann man sich mittlerweile auch bei ein paar Mailorder kaufen. Was mich dabei am meisten freut, dass wir bei Hellion im Programm sind.
Die Spam Sachen nerven und natürlich auch die Idioten, die anonym irgendwelchen Mist ins Gästebuch schreiben. Die MP3`s sind auf der einen Seite gut, weil man sich von Bands ein Bild machen kann. Auf der anderen Seite kenne ich aber auch jede Menge Leute, die keine einzige original CD besitzen. Die laden sich alle im Netz runter.

Otti:
Wenn Du selbst mal mies drauf bist, welche drei Songs helfen dir so richtig abzuschalten oder Frust abzulassen?

Carsten:
Bestimmte drei Songs gibt es da nicht. Ich höre dann am ehesten Sachen wie Suffocation, Death oder alte Cannibal Corpse Platten.

Otti:
Mal etwas persönliches: Was bedeutet das Thema "Familie" für dich?

Carsten:
Die Familie ist schon wichtig für mich, da wir aber über vier Bundesländer verstreut leben, ist der Kontakt nicht so da. Auf der anderen Seite ist es auch nicht falsch, wenn man sein eigenes Leben lebt.

Otti:
Ich komm grad nicht umhin und muss es einfach wissen: Was sagst Du zum Thema "Michael Jackson"?

Carsten:
Das ganze Drama um seinen Tod und die Bestattung finde ich affig. Ich kenne von ihm nur die Songs, die im Radio auf der Arbeit laufen und würde ihn nicht als einen guten Sänger bezeichnen. Da war ein Freddie Mercury um Welten besser.

Otti:
Und was möchtest Du grad sonst noch unbedingt an unsere Leser loswerden?

Carsten:
Erst mal danke für das Interview und einen Gruß an die Leser und Fans. Hört mal in unsere neue CD Daily Terror rein und schaut mal auf die Homepage www.entera.org

Art des Interviews: Email
21.07.2009 by Otti

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