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Reload Festival 2009

"Gutes muss nicht teuer sein!" - Unter diesem Motto wurde vom 03. - 05. Juli 2009 zum insgesamt schon vierten Reload-Festival in das beschauliche Städtlein Twistringen (südlich von Bremen) eingeladen. Tatsächlich wurde für maximal 40 Euro einiges geboten: Das komplette Wochenendticket umfasste drei Festivaltage inklusive Camping und vor allem ein interessantes und motivierendes Musikprogramm. Als Headliner seien natürlich Anthrax, die Bloodhound Gang und 4Lyn genannt, aber auch Künstler wie Torfrock, Wirtz und der legendäre Mannfred Mann mitsamt seiner Earth Band begeisterten Jung und Alt.
Überhaupt wird beim Reload Kinder- und Familienfreundlichkeit groß geschrieben, speziell am Sonntag gab es den "beinharten Familentag", bei dem Kinder kostenlos reinkamen und diverse Aktionen für den Nachwuchs gestartet wurden. Und da wir von Nightshade gute Musik lieben, gerne mal über den gothischen Tellerrand hinaus schauen und Festivalkultur für eine Art Grundnahrungsmittel halten, sind wir gleich mal mit einer Art Pseudo-Patchwork-Familie angereist, um mit dem größtenteils lokalen Publikum ordentlich zu feiern.

Tatsächlich kann eines vorweggenommen werden: Das Reload Festival 2009 überzeugte uns gleich durch seine lockere und doch zugleich professionelle Athmosphäre, sowie die durchweg sympathischen Mitarbeiter und Besucher. Gerade als Pressevertreter ist man ja einiges Chaos gewohnt, aber es gab weder Probleme mit unserer Akkreditierung, noch sonst etwas zu bemängeln, und sehr lobenswert sei gleich mal der unkomplizierte Zugang zum Backstage erwähnt. Hier sollte sich so mancher Veranstalter im Gothic-Sektor mal ne Scheibe abschneiden.

Unser Team

Als Begleiterin hatte ich meine liebe Alexandra (Darkerradio) auserkoren, da sie ebenso aufgeschlossen für vielschichtige Musik ist wie ich, und wir zudem eigentlich viel zu selten Zeit füreinander finden. Auf Anfrage bei der zuständigen Promoagentur (Netinfect) ließ sich auch kurzerhand und problemlos noch ihre Tochter Daniela akkreditieren, die aus organisatorischen Gründen mit "musste", aber durch ihre Anwesenheit unseren Wochenendausflug noch wesentlich bereicherte. Für einige Erheiterung sorgte der Fakt, daß sie als "Tochter 12 Jahre" auf der Liste zu finden war... Daraus entwickelte sich schnell ein Running Gag. Generell dürften wir von den meisten anderen Gästen tatsächlich für eine kleine Presse-Familie gehalten worden sein, was aber irgendwie ja auch ein süßes Bild ist.

Zu Dritt reisten wir also an besagtem Freitag zeitig und gemütlich die knapp 300 Kilometer nach Twistringen, um dort direkt eine angenehme Überraschung zu erleben: Parken und Campen auf dem gleichen Platz ist mal eben eine der genialsten Erfindungen seit der Entwicklung des Honigweins! Auto abstellen, einen Meter daneben das Zelt zusammenbasteln, und schon hatten wir eine kleine, bequeme und idyllische Wohnburg ohne lästige Schleppereien oder Securities, die einem das Nutellaglas verbieten wollen. Selbstverständlich sind solche Kombi-Campingplätze bei größeren Veranstaltungen kaum durchführbar, aber in diesem Rahmen hat es super geklappt, und gleich mal den Gute-Laune-Skill um drei Stufen nach oben gelevelt.

Großes Lob...

... geht desweiteren an die komplette Orga und sämtliche mitarbeitende Sicherheitsleute, Händler, Kassen- und Thekenbedienungen und mit wem wir sonst noch so in Kontakt kamen. Der Rahmen stimmte von vorne bis hinten, man konnte mit jedem ein Schwätzchen halten, und der Security-Bär (ich glaub er war Backstage-Koordinator) mit seiner Totschläger-Maglite sei hier stellvertretend auch mal besonders gegrüßt. Zu kritisieren gabs eigentlich nur eines: Die etwas spärlichen Sanitäranlagen. Vor allem auf unserem Zelt-Parkplatz gab es ganze drei Dixie-Toilettchen, die natürlich dementsprechend aussahen. Hier auch an die Reload-Veranstalter die höfliche Bitte, im nächsten Jahr nicht ausgerechnet an dieser Stelle zu sparen.


Jesus not on Extasy

Noch zum Publikum

Gleichsam dem gemischten Line-Up war auch das anwesende Publikum sehr vielfältig. Vom Punkrocker über den klassischen Metalfreak bis hin zu Althippie und Familienvater war nahezu alles vertreten, und trug zur bereits erwähnten lockeren Stimmung bei. Bisserl schade finde ich, daß irgendwer uns über Nacht tatsächlich zwei Campingstühle klauen musste, etwas was ich von schwarzen Festivals so nicht kenne, aber besser das, als echte Wertgegenstände. Nötig ist sowas trotzdem nicht.
Davon abgesehen war es sehr amüsant, auf dem Campingplatz Leute bei merkwürdigen Saufspielen zu beobachten, sich Sprüche wie "Die sind von der Band!" anzuhören, und mit witzigen Twistringern zu saufen und zu labern. Einfach ein angenehmes Ambiente, wenn man keine Probleme mit alkoholgeladenen Festen hat.

Aber kommen wir nun endlich zu den strukturierten (musikalischen) Erlebnissen...

Freitag:

Wie bereits erwähnt, begann der Freitag sehr entspannt und voller angenehmer Überraschungen. Nachdem wir uns am Zeltplatz eingelebt und auch ein wenig mit Met aufgewärmt hatten, begaben wir uns recht pünktlich zu Beginn des Festivals in Richtung Bühne. Das Gelände der Alten Ziegelei bot hier eine angemessene Kulisse, vor allem die schönen Bäume schräg hinter der Bühne schufen eine idyllische Athmospäre, welche den recht großen Platz malerisch umgarnte.

Auf der Stage hatten es sich Chinaski bereits gemütlich gemacht und brachten ein paar Songs ihres Repertoires unter das leider noch recht spärliche Volk. Die Jungs ließen sich dadurch aber ihre Spielfreude nicht nehmen, versüßten das eine oder andere Nachmittagsbierchen mit eingängigem Alternative-Rock und hinterließen damit einen durchaus guten Eindruck. Eine handvoll Fans schickte sich auch an, direkt an der Bühne ein wenig abzufeiern.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit den Superstarfuckers, einer Coverband, die 80er-Hits in Arschtrittmanier gegen die Wand rocken, und über die es im Übrigen eher schwierig ist, brauchbare Infos im World Wide Web zu finden. Anscheinend war die Powerfrau am Gesang sowas wie eine Gastsängerin, oder einfach neu in der Truppe, und auch sonst scheint die Combo eine Art "Geheimtipp" zu sein.
Eigentlich schade, denn für einen 80er-Fan wie mich waren die eigenwilligen Versionen von Songs wie Send me an Angel, der Tears for Fears-Hymne Shout oder dem DM-Klassiker People are People einfach nur klasse. Mit ein wenig mehr Reputation und Promotion könnten die Superstarfuckers definitiv noch einige Fans hinzugewinnen.


Superstarfuckers

Was nun folgen sollte war eine Band, deren Name mir zu meiner Schande bis dahin gar nix sagte, obwohl die Songs von Manfred Mann's Earth Band schon seit Jahrzehnten zum musikalischen Epos zu gehören scheinen. Die alten Herren machten mit ihrem unvergleichlichen Poprock gehörig (Ein)Druck und zeigten, daß sie auch heute noch zur Elite der virtuosen Kompositionen gehören. Im Gedächtnis geblieben ist mir The Redemption Song, und spätestens beim Hit Blinded by the light gingen auch mir Blasphemiker die Ohren auf und eine "Die kennst Du doch!"-Welle erfasste meinen leicht benebelten Körper.
Aber trotz allen Kultfaktors war dies auch die letzte Gelegenheit nochmal am Zeltplatz nachzutanken, denn was danach folgen sollte war natürlich für einen Teilzeit-Metalhead wie mich einfach nur Pflicht.

Anthrax... Eine existierende Thrashmetal-Legende sollte den Freitagabend abrunden. Alex und Daniela hatten sich schon verabschiedet, einfach weil die Kleine natürlich bei ihrem ersten Festival noch nicht ganz so Stehvermögen besaß und verständlicherweise müde war, aber ich selbst ließ es mir nicht nehmen, die Amis vor die Linse und unter die Haut zu bekommen. Zum ersten Mal war auch der Festivalplatz nahezu komplett mit feierwütigem Volk gefüllt, und den Krachmachern wurde auf alle erdenklichen Arten gehuldigt.
Besonders sympathisch war dabei der Strohhut-Fan, welcher zu jedem Song abging wie ein HB-Männchen auf Speed, und bereitwillig für meine Fotosammlung poste. Gruß auch an seine sympathische Freundin, mit der ich mich kurz unterhielt, ihr seid ein schönes Paar!
Leider ging der Gig viel zu schnell zuende, als Anthrax dann ohne jegliche Zugabe und lange vor offiziellem Ende des Festivaltags von der Bühne stürmten und, nachdem das Equipment verstaut war, im Tourbus davon brausten. Ich kann nicht beurteilen, ob es dafür gute Gründe gab, bei vielen Gästen hinterließ das jedenfalls einen faden Beigeschmack nach einem sonst mehr als gelungenen Gig.

Zum Ausklang gönnte sich meine Wenigkeit noch einen kurzen Besuch bei der Aftershowparty und ein sehr leckeres Crêpe, wobei ich mich mit dem Standinhaber über Preise und seine angehende Reise irgendwo nach China oder so unterhielt. Es dauerte aber nicht lange bis ich es meinen Mädels gleich tat und die Wärme des Zeltes aufsuchte...

Samstag:

Etwas blöd beim Reload 2009 war, daß auch am Samstag die Liveshows erst um 15 Uhr begannen. Daniela zeigte einige Langeweile-Erscheinungen und auch wir Erwachsenen konnten zwar ein wenig die lauschige Campingumgebung mit eben lustigen Saufspielen beobachten, aber irgendwie zog sich das Ganze, und zum eigenen Besäufnis war es einfach noch zu früh.

Um so schöner war es dann, als pünktlich die noch recht jungen Hardcore-Recken von Accessary die Bühne betraten. Eigentlich hatte ich Industrial erwartet, das kommt davon wenn man spontan mal Accessory im Billing liest... Aber sei es drum. Bei gutem Wetter verbreiteten die angehenden Rockstars bereits beste Stimmung, wobei das noch relativ rare, aber garantiert nicht mehr nüchterne Publikum dem Pogo frönte, dem "Kreislauf" (gibt es doch sicher auch eine Bezeichnung für?) und sogar eine kleine "Wall of Hate" zustande brachte.

Eher punkige Klänge gab es im Anschluss von One Fine Day, welche ja generell schon als etwas bekannter eingestuft werden dürften. Da wir aber das Mitagessen vollkommen verschwitzt hatten wurde dies nun kurzerhand nachgeholt, und am Zeltplatz bei Maultaschen und Würstchen stellten One Fine Day einen hübschen Hintergundsound dar, über den ich an dieser Stelle aber kaum zu urteilen in der Lage bin. Die Österreicher von The Sorrow hinterließen anschließend einen zwiespältigen Eindruck. Super im Auftakt, wurde der Gig im Abgang etwas fad, bzw streckenweise zog sich die Mischung aus Black Metal und Alternative Rock doch ein wenig. Im Großen und Ganzen aber durchaus eine lauschenswerte Combo, die mit Songs wie Knights of Doom zu punkten wusste.

Den Preis für den Egozentriker des Festivals hat definitiv Daniel Wirtz verdient. Der Solomusiker mit Begleitband, welcher sich selbst als guten Rotwein zwischen all dem Wodka und Bier bezeichnete, wurde durch sein Mitwirken bei Sub7even bekannt, spielt aber unter eigenem Namen eher ruhigen, deutschsprachigen Rock und legt viel Wert auf gehaltvolle und verständliche Texte. Eine gehörige Portion Arroganz gehört zu seinem Auftreten definitiv dazu, was dem Publikum auf dem Reload aber glücklicherweise sehr zusagte. Ein Song wie Ne Weile her erinnert dann auch eindeutig an Selig zu besten Zeiten, und insgesamt bestach die eigenwillige Musik durch rauschige Wogen... Oder um es mit Wirtz eigenen Worten zu sagen:
"Hauptsache es knallt".

Die(!) persönliche Entdeckung des Wochenendes waren aber eindeutig diejenigen mit dem bescheuertsten Bandnamen: Itchy Poopzkid spielten sich nicht nur durch ihren hymnischen Punk à la Green Day in meine Venen... Nein, auch die supersympathische Art des Trios aus Eislingen an der Fils machte die Bühnenshow zum Highlight. Die Band machte es zum Kult, ungefähr jede zweite Ansage mit einem Applaus für Manfred Mann zu versüßen, lieferte urwitzigste Kommentare, und spielte ganz nebenbei haufenweise mitreissende Songs. Daß hier Pogo, Crowdsurfen und eine für die Publikumsmenge beeindruckende Wall of Hate an der Tagesordnung waren, dürfte außer Frage stehen. Erwähnenswert sind auf jeden Fall auch die Einlage des Gitarristen, bei der er auf einem vom Publikum getragenen Gitarrenkoffer kniete, sowie die Homage an den Headliner des Festivals, als der Bloodhound Gang-Klassiker It's Tricky vercovert wurde.
Unverständlich ist mir nach wie vor, wie so eine geile Band so lang an mir vorbei existieren konnte, zumal Itchy Poopzkid irgendwie auch vorher auf die Nightshade-Freundesliste bei MySpace geraten sind. Ich hoff mal wir können euch in Zukunft noch mehr von den Eislingern berichten!

Die Hamburger 4Lyn gehören hingegen schon seit einigen Jahren zu meinem Musikrepertoire. Durch eine geschätzte Exfreundin in meine Sammlung gebracht, genoss ich also auch hier einige Fotos und Songs lang den Sound, doch kleinere Erschöpfungserscheinungen und spontane Lust auf etwas Whiskey ließen mich nochmal einen Zwischenstop am Zelt einlegen.


Itchy Poopzkid

Was waren das für Zeiten, als ich regelmässig in Alternative-Clubs wie das BaCa in Kaldenkirchen ging, und bei den Anfangstakten von Fire Water Burn wie magisch auf ominöse Tanzflächen gezogen wurde, um dort wie ein Irrer jene Hymne lang durch die Gegend zu hüpfen! Ja, ich war mal jünger und wilder, und die Bloodhound Gang hat schon früh meine geistige Verwirrung mit geprägt. oder anders Ausgedrückt: Jimmy Pop, Evil Jarred & Co waren der Grund, warum ich auf jeden Fall zum Reload Festival wollte, und die Ikonen meiner Jugend sollten nicht enttäuschen!
So war es ein wundervolles Gefühl, bei den ersten beiden Songs im Fotograben zu stehen und die BHG aus nächster Nähe ablichten zu können. Dann aber geschah das, was ich mein Lebtag nicht vergessen werde: Mit den sinngemäßen Worten (frei aus dem Englischen übersetzt) "Wir haben hier soviele wunderschöne Fotografen unten, und da vorne stehen noch viel mehr andere wunderschöne Leute, warum kommt ihr nicht einfach hoch und haltet dieses tolle Bild fest?" holte Jimmy uns perplexe Pressemenschen hoch, um gemeinsam mit ihnen zu feiern und viele wundervolle Fotos von der Band aus nächster Nähe und mit dem Publikum im Rücken zu machen! Alleine für diese 4 Minuten hat sich die Reise nach Twistringen schon gelohnt.
Aber auch sonst ließ die Bloodhound Gang keine Zweifel daran, daß sie aus gutem Grund zu den größten Entertainern der Moderne zählen. Zwischen Songs wie Along Comes Mary, Chasey Lane, I Wish I was queer und Discovery Channel wurde über den gerade verstorbenen Jacko gewitzelt und die Liebe zu "Deutschländ" zum Ausdruck gebracht. Natürlich zog Jarred sein Bier am Schwanz zu sich, Jimmy kotzte auf die Bühne während der "Hollywood Hasselhoff" wiederum seine eigenen Ausspuckereien wiederkäute, und nebenbei beim Rülpsen der "Schulz"-Gruß zu neuem Leben erweckt wurde.
Mit ihrer sympathischen, provokant-humoristischen Art zogen die Amis jeden in den Bann, um dann als letzte Zugabe mit Fire Water Burn und bengalischen Feuern im Publikum jenes Live-Erlebnis noch zu einem krönenenden Abschluss zu bringen.


Bloodhound Gang

Schön war auch, daß die Jungs sich auch nach dem Gig nicht nehmen ließen, noch im Backstage Nähe zu allen Beteiligten zu suchen, und gerüchteweise war auch noch ein Ausflug auf die Aftershow-Party geplant. Alex und ich suchten nun jedoch so langsam wieder den erholsamen Schlaf...

Sonntag:

Den letzten Reload-Tag begannen wir gemütlich, aber auch mit Zeltabbau und einpacken, da eine Abreise am Abend aufgrund anderer Verpflichtungen leider erforderlich war. Zum Glück brauchten wir unsere Sachen ja nicht weit zum Auto schleppen!
Der Familientag versprach zudem eh ein eher röstiges Musikprogramm, was unserem matschigen und müden Gefühl dann doch sehr entgegen kam.

Im Vorfeld hatte ich noch am Rande mitbekommen, daß für den Sonntag Nachmittag kurzfristig eine weitere Band bestätigt worden war, die aber als solche auf den Plakaten etc nicht mehr drauf stand. Vice Versa nennt sich das noch sehr junge Wiener Quartett, welches durch spritzigen Glam-Rock und überraschend viel Charme überzeugte. Wer am frühen Nachmittag aufspielt und sich über jeden einzelnen Zuschauer freut, statt beleidigt nur sein Set runterzurasseln, hat das Potential sich zu einer grandiosen Liveband zu entwickeln. Auch musikalisch hatten Vice Versa es einfach drauf und spielten sich mit Songs wie Miracle und With You in die Herzen der Zuschauer, weshalb Alex die sympathischen Jungs auch nach dem Gig gleichmal zu einem geschäftlichen Gespräch "stellte". Alles in Allem war dies auf jeden Fall eine weitere positive Überraschung.

Als nächsten Protagonisten an diesem Nachmittag hatten die Veranstalter Jonathan Spangler auf die Bühne gestellt. Dieser glatzköpfige Brite(?) platzierte sich mutig vor sein Publikum, und bot in bester Countrymanier Coversongs mit seiner Gitarre feil, Country Roads, Ring of Fire und House of the Rising Sun wären da als prominente Beispiele zu nennen.
Freilich war dies nicht gerade Partymusik, aber für einen chilligen Familiensonntag echt angenehme Berieselung. Zudem hat der gute Jonathan auch nach dem Gig durch Fannähe gepunktet, so konnten wir ihn für einen begeisterten Rocker gleich mal aus dem Backstage lotsen um einen Autogrammwunsch zu erfüllen. Wer auf Country und ähnliches steht, sollte auf jeden Fall mal Ausschau nach dem Kerl halten... Aber nicht verwechseln mit einem Herrn Jonathan D. Spangler, den man bei Myspace/Google als Erstes findet!

Danach kam eine Band, die sich die Veranstalter meines Erachtens echt hätten sparen können. S.S.K. boten zwar Cover von solchen Virtuositäten wie Jimmy Hendrix und den Beatles, beherrschten ihre Instrumente auch, aber sie versprühten dabei die Ausstrahlung eines Grottenolms auf Valium. Dann noch die Texte ablesen zu müssen... naja, ich war definitiv nicht der Einzige, der froh war als dieser Vorfall wieder vorbei war.

Eine ganz andere Hausnummer sind da natürlich Emil Bulls. Die Hardcore-Metaller aus dem tiefsten Bayern rockten für all diejenigen Pogo- und Headbang-Monster, die auch am dritten Festivaltag nicht totzukriegen waren. Irgendwo im Set war z.B. ein recht geniales Nirvana-Cover untergebracht, wo ich mir dummerweise den Titel nicht notiert hab, aber auch sonst haben die Jungs sich nicht umsonst einen Festivalgig nach dem anderen.
Das neueste Emil Bulls-Album ist übrigens für den 25.09. angekündigt.


Torfrock

Krönender Abschluss des IV. Reload Festival war selbstverständlich: Torfrock! Jedem Fan kultivierter Film- und Comic-Kultur natürlich durch den Bölkstoff-Soundtrack Beinhart ein Begriff, sind die Inbegriffe des nordischen Wikinger- und Sauf-Rock'n'Rolls zwar etwas gealtert seit meiner Jugend, aber waren dadurch nicht weniger kultig. Den Eindruck im Backstage, daß es sich hier um eine sehr höfliche Band handelt, betonten die Recken auch selbst auf der Bühne, vor allem als gleich zu Beginn des Gigs erstmal ein Stromausfall für Aufsehen sorgte.
Nachdem das Malheur behoben war rockten die Herren mit dem Bagaluten-Song, sangen ihr Loblied auf Die Wikinger und beschäftigten sich eingehend mit dem Problem aller Probleme, Der Nachtschweiß.
Somit war es richtig schade, daß wir den Gig nicht bis zum Ende verfolgen konnten, aber meine Frühschicht am nächsten Tag, die lange Heimreise und höllische Kopfschmerzen von Alexandra zwangen uns dazu, zeitig die Segel zu streichen. Trotzdem war es ein Genuß, Torfrock mal real auf der Bühne zu erleben. Solche Gelegenheiten ergeben sich leider viel zu selten, wenn man sonst eher in anderen musikalischen Bereichen aktiv ist.

Abschliessende Wort

Und so ging wieder einmal ein wundervolles Festival-Wochenende viel zu schnell zuende. Dank an dieser Stelle an die Veranstalter, die bewiesen haben, daß es nicht immer die großen (und teueren) Festivals sein müssen, um gehörigen Spaß zu haben, und das ganze extrem professionell aufzogen. Gruß und Dank auch an meine beiden Mädels, Daniela und Alexandra, die mir das Reload 2009 gehörig versüßten, und an all die tollen Bands und Besucher!
Das Festival wird mit vielen tollen Eindrücken in meiner Erinnerung bleiben, und wenn alles klappt hoffe ich natürlich, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Bildergalerie vom Reload Festival

www.relaod-festival.de

31.07.2009 by Otti

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