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M´era Luna Festival 2008

Das M´era Luna ist neben dem Wave-Gotik-Treffen das wohl mittlerweile älteste und traditionsreichste Festival der Gothic-Szene in Deutschland. Seit vielen Jahren wird hier auf dem Flugplatz Hildesheim das zelebriert, was die Jünger der dunklen Gewandung so lieben: Schwarzkultur in Reinform. Besonders bezeichnend fürs M´era ist wohl auch der Umstand, daß hier immer wieder ungewöhnliche und selten gesehene Headliner das Line-Up krönen.
In den vergangenen Jahren war ich allerdings zugegebenermaßen selbst kein treuer Besucher. Mein letztes M´era ist glaub ich 5 Jahre her, und war aus persönlichen Gründen ein Katastrophenwochenende, was ich bis heute nur schwer verdaut habe. Da man ja ein abergläubischer Mensch ist, und ich mit WGT, Blackfield und Amphi festivaltechnisch eh schon ein voluminöses Sommerprogramm zu bewältigen hatte, stand auch dieses Jahr eigentlich kein Besuch in Hildesheim auf dem Plan. Das änderte sich allerdings zum einen, als mehrere Freunde unabhängig voneinander meine Anwesenheit wünschten, und zum anderen mir freundlicherweise dann doch die Möglichkeit zur Pressearbeit zugesagt wurde. Im Nachhinein bin ich für diese Wendung des Schicksals mehr als dankbar.

Dabei fing alles so chaotisch an, wie ich es befürchtet hatte. Durch die kurzfristige Entscheidung, überhaupt zu fahren, hatte ich natürlich weder Fahrgemeinschaften noch sonst irgendwas vorbereitet. Fest stand nur, daß ich das Wochenende mit Freunden wie Frank, Ina und Britta angehen und gemeinsam mit ihnen zelten wollte. Den Freitag hatte ich mir auch extra freigenommen, und durch Frank und Ina wurden mir dann noch drei bis dahin unbekannte Mitfahrer vermittelt: Rouven, seine Freundin Manu und deren Mutter. Geplant war eine gemeinsame Abreise am Freitag um 11 Uhr morgens. So weit, so gut.
Dann aber kam am Montagabend noch ein Anruf von meinem Freund und Nightshade-Kollegen Ralle. Ich hatte ihn zu der Zeit, als die Überlegung "M´era Luna" überhaupt aufkam, angesprochen ob er gegebenfalls denn mitfahren wollte. Naja, den 5. Platz im Auto hat man ja auch noch, und auch wenn wir dann nicht mit den anderen starten konnten wurde ihm zuliebe natürlich die Abfahrtszeit auf ca 15-16 Uhr festgelegt. Das rief zwar nicht gerade Begeisterungsstürme im Gesamtkonsortium aus, aber man möchte ja niemanden wegen solcher Kleinigkeiten zuhause lassen müssen. Einzig die gesammelten Zelte sollte die "Frühfahrgruppe", die sich dann auf Frank und Ina reduzierte, auf jeden Fall schonmal mitnehmen, um sie an einem gemeinsamen Platz aufzustellen. Regelmäßige Festivalgänger wissen sicher wie ätzend es ist, wenn man Aufgrund von Platzmangel und chaotischer Campingkultur plötzlich statt gemeinsam an drei verschiedenen Orten des Platzes die Behausungen der Gruppe wiederfindet.
Was aber spontan meinen Aberglauben ob des schlechten M´era Luna-Omens wieder extrem aufkommen ließ war der Anruf meiner Mutter am späten Donnerstag-Abend, als ich eigentlich dachte es sei alles geregelt. Ein Arbeitskollege habe mal eben festgestellt, daß unser Auto ja seit 4 Monaten keinen Tüv habe, und sie würde am Freitag morgen das noch "mal eben" nachholen. Was dann in etwa an jenem morgen folgte kann man sich vorstellen. Ein nervöser Otti, der darauf wartet endlich das Auto zum beladen zu bekommen, der nächste Anruf, es müsse auf jeden Fall noch der Auspuff repariert werden... Ich habe dann vor der Reparatur wenigstens noch mein Zelt gen Kamp-Lintfort gebracht. Und bin den ganzen Morgen dieser blöden Werkstatt auf die Nerven gegangen, daß es nun wirklich dringend sei. Eigentlich hatte ich ja vorgehabt den Abreisetag ganz röstig anzugehen, um mal ausnahmsweise entspannt am Festivalgelände anzukommen, war aber nix. Stattdessen Hetzerei, Bangen und letztlich ziemlich knapp und pünktlich erst Ralle und dann unsere anderen Begleiter eingesammelt.
Ab dann ging es aber relativ angenehm weiter. Die Fahrt dauerte aufgrund von Staus und ausgedehnter Raucherpausen etwas länger als geplant, aber am späten Abend konnten wir dann letztlich doch entspannt bei unseren Zelten unter dem Pavillion platznehmen. Ina und Frank hatten liebenswerter Weise wirklich alles für uns schon hergerichtet, ein dickes Dankeschön an dieser Stelle dafür! Kurz nach uns trafen dann auch Britta, Ronny und Suzanne ein, und somit war unser Dreamteam dann auch komplett.

Einzig Schade war natürlich, daß Aufgrund des kalt-nassen Wetters, des anstrengend langen Tages und allgmeiner Erschöpfung die Eröffnungsparty sich auf ein gemütliches Sit-In am Zeltplatz und recht frühes Schlafengehen beschränkte.

Insgesamt muss ich noch zum M´era sagen, daß ich die Akkreditierung etwas falsch verstanden hatte, und gar nicht wusste, welche Privilegien mir nun wirklich als Pressemensch zukommen. So dachte ich zum Beispiel, daß ich ohne Foto-Pass mal wieder stundenlang mit der Security diskutieren müsse, warum meine FZ-50 keine "Profikamera" ist... Und daß ich statt mich an den langen Schlangen zum Konzertgelände auch unkontrolliert durch den Ausgang reinschummeln darf, war mir auch erst bekannt, als mich am frühen Sonntag nachmittag ein freundlicher Sicherheitsmensch darauf hinwies.
Aus diesem Grunde habe ich eben auch erst am Sonntag nachmittag die Option wahrgenommen Bands zu fotografieren. Gleichzeitig war ich aber nach diesem anstrengenden Festivalsommer eh mehr darauf aus, einfach mal das Festival als solches zu genießen, das Flair eines "normalen" Besuchers wieder mal zu spüren, und auch nicht von Band A nach Band B zu hetzen. Vor allem am Samstag habe ich die Konzerte nahezu vollkommen außer acht gelassen, und mich stattdessen dem Met, meinen Freunden und der Party gewidmet.


Begegnungen

Zu dem Thema muss ich aber doch mal abschweifen. Wenn man so will, kann man Festivalbesucher ja in zwei Kategorien polarisieren, zwischen denen es natürlich unendlich viele Abstufungen gibt.
1. Konzertjäger:
Dieser Typ Festivalbesucher fährt eigentlich nur wegen den Bands zum Festival. Die Entscheidung, ob man nun hier oder dort seine teuer verdiente Kohle lässt, steht im direkten Zusammenhang damit, welches Line-Up die meisten dem persönlichen Geschmack entsprechenden Namen vorweist. Das Problem an der ganzen Sache ist allerdings, viele Festivals haben mehrere Bühnen und grad die ersten Bands haben meist eine Spielzeit von maximal 20-30 Minuten. So artet das Ganze in Rennerei, Frust und Enttäuschung aus.
2. Zeltplatzpartygammler:
Jene Gattung fährt ausschließlich aufs Festival, weil man sich da ja besaufen kann. Oftmals kommt der gemeine Zeltplatzpartygammler höchstens von seinem Pavillion weg, um mal das nächste Dixiklo zu besteigen. Einem solchen Gammler ist es vollkommen egal, wer da eigentlich auf der Bühne steht, und dementsprechend hat er sich schon seit Jahren auf 1-2 Sommerfestivals fixiert, die traditionell jedes Jahr besucht werden. Warum diese Menschen nicht stattdessen irgendwo einen Szeneeigenen Campingplatz aufmachen und somit immense Kosten sparen, ist mir bis heute schleierhaft.
Was macht denn ein Festival aus? Die vielfältigen Optionen. Warum die Entscheidung vom Line-Up abhängig machen, wenn ich mir vorher schon bewußt bin, die Hälfte der Bands die ich gern mal sehen würde werd ich nicht erwischen, oder aber maximal ein paar Minuten genießen können? Ich für meinen Teil fahre zu einem Festival vor allem weil es ein Festival ist. Ich treffe Freunde, lerne neue Leute kennen, fühle mich ein paar Tage wie in einer großen Familie... Und ganz nebenbei kann ich auch noch die eine oder andere meiner Lieblingsbands bewundern. Und, was viele außer Acht lassen: Ein Festival bietet die Möglichkeit, gerade mal Bands anzuschauen von denen man noch nie gehört hat, oder für die man zu keinem Konzert fahren würde. Einfach mal neues zu entdecken und stressfrei schöne Dinge zu erleben.

Kommen wir mal zum Samstagmorgen. Auch auf einem gemütlich geplanten Festival kann es sich ein Otti ja nicht nehmen lassen, sich wenigstens einen "offiziellen" Termin zu setzen. Dieser bestand auf dem M´era Luna darin, mich mit Rico von P24 zu treffen. Zum Einen, um den neuen Künstler in unserem Booking-Rooster mal persönlich kennenzulernen, und zum Anderen um eigentlich auch ein kleines Interview zu führen. Eigentlich ist dann auch das Stichwort. Denn um so ein Interview auch ordentlich durchführen zu können, sollte man vielleicht auch vorher prüfen, ob das Diktiergerät genügend Saft hat... So ohne Ersatzbatterie war es dann unmöglich, unser Gespräch aufzuzeichnen. Macht aber nichts weiter, Rico und ich haben uns super unterhalten, gespürt daß wir in vielem auf einer Ebene sind, und eine Zusammenarbeit in Zukunft somit mehr als Sinn macht.
Das Interview wird er mir dann hoffentlich bald in Email-Form nachreichen, damit ihr es dann auch lesen könnt.

Gut gelaunt konnte danach auch die Party richtig losgehen. Mein Programm sah zunächst die Verköstigung mit süßem Met vor, sowie mehr oder minder orientierungsfreiem herumwandern. Irgendwo auf dem Rollfeld begegneten mir diverse Leute, unter anderem Jens aus Kleve, der mir mitteilte daß jene Bande auch irgendwo dahinten zeltete... Naja, bis dahin hab ichs dann im Verlauf des Wochenendes doch nicht mehr geschafft. Stattdessen suchte ich recht bald Alex auf, die mit ihrer Schwester und deren Mann Olaf irgendwo im Eisenlager-Zeltdorf hausen sollte.
Im Verlauf der nächsten Stunden versuchten wir uns dann an diversen leckeren Getränken, begonnen mit einem Faß Pils, welches durch das Trockeneis trotzdem nicht so recht kalt werden wollte, über irgendeinen seltsamen Likör oder so, bis hin zu Metvorräten, die wir dann am Ottieigenen Zeltplatz verzehrten.


Antreten zum Morgenapell

Da meine lieben Freunde allerdings pünktlich zu Asp am Metstand auf dem Festivalgelände verabredet waren, machten wir uns alsbald auf die Wanderschaft dort hin. Trotz erhöhtem Promillerwert ging dies erstaunlich gut, und auch hier sollte die Party dann weitergehen. Met zu festivalüblichen Preisen wurde verzehrt, lustigen Menschen begegnet, und nebenher auch einw enig der Band gelauscht. Asp präsentierten sich gewohnt partytauglich, was dem feucghtfröhlichen Miteinander nur gut tat. Irgendwann im Laufe des Abends gesellten sich dann auch Lydia und Tim (seines Zeichens Mastermind von Denight und Lydias liebenswerter neuer Freund) samt Begleitern zu uns, wodurch ein recht großer Haufen partywilliger Konsorten entstand. Und da war noch jemand: Kerstin.

Kerstin ist auch so ein Phänomen. Man begegnet ihr eigentlich nahezu überall. Also nicht, daß Kertin jetzt ein Synonym für ein Allerwelts-Weibchen wäre, nein... Sie ist ein ganz liebes, wundervolles Geschöpf, welches ich schon seit einiger Zeit nun schon aus dem Pulp flüchtig kenne, die mir aber dann irgendwann über unsere gemeinsame, nicht minder wundervolle Freundin Kristin vorgestellt wurde. Seitdem ist es schon fast Standard, daß man sich auch außerhalb des Pulps irgendwo zufällig trifft, auf Festivals, Partys, Konzerten... Und es ist immer wieder eine Freude.
So auch an diesem Abend beim M´era Luna. Da ich aber zunächst beobachten durfte, wie sie sich angeregt mit einem attraktiven jungen Mann unterhielt, einem Vorgang bei dem ich nicht stören wollte, gesellte ich mich erst kurz später zu ihr um "Hallo" zu sagen. Dummerweise tauchte dieser Jüngling namens Rene aber nicht mehr auf, ein Umstand der Kerstin wiederum sehr irritierte, da die beiden sich vorher sehr gut verstanden hatten. Also begaben wir uns auf die Suche nach Rene... gefunden haben wir ihn aber bis heute nicht. Also junger Mann, wenn Du das hier liest, bitte melde dich! Wir müssen Kerstins Seelenfrieden wieder herstellen...

Ansonsten verlief der Abend ohne weitere nennenswerte Zwischenfälle. VNV Nation erwies sich ebenfalls als geeignete Kulisse für einen sehr spaßigen Abend, und in gepflegter Runde wurde gefeiert und gewitzelt was das Zeug hält. Lustigerweise passierte mir dann auch genau das, worüber wir im Laufe des Tages schon mehrere Späße getrieben hatten: Ich fand meinen Schlaf nicht in meinem eigenen, sondern in einem "fremden" Zelt. Ganz so fremd war es dann aber zum Glück doch nicht, denn am nächsten Morgen fand ich mich an der Stelle wieder wo die Sauftour begonnen hatte: Bei Alex, Julia und Olaf.

Für den Sonntag hatte ich mir von vorne herein schon zwei Dinge vorgenommen: Mehr Musik, aber wesentlich weniger Met. Und zumindest den ersten Vorsatz hab ich tatsächlich auch eingehalten.

Zunächst galt es jedoch, meine ursprünglichen Begleiter (also, Frank, Ralle, Ina usw) mal aufzusuchen, um ihnen eventuelle Sorgen über meinen Verbleib zu nehmen. So verabschiedete ich mich vorrübergehend von meinen nächtlichen Gastgebern und stiefelte los, um mich a) mal ein wenig frisch zu machen und b) die zu erwartenden Kommentare abzuholen.

Nach kurzer Erholungspause ging es zum ersten Konzert, welches ich auf keinen Fall verpassen wollte: End of Green. Kurz vor Festivalbeginn hatte ich ja noch meine Rezension zu The Sick´s Sense, dem neuen Album der süddeutschen Gothrocker, fertig gestellt, und wollte passend dazu mal schauen, was die Jungs so auf der Bühne taugen. Also zog ich alleine in den strömenden Regen, trotzte Wind und Wetter, und genoss trotzdem eine durchaus gute, wenn auch nicht überragende Liveshow. End of Greenlieferten, was man zur Mittagszeit bei miesem Wetter auf einer Festival-Bühne erwarten kann: Eine solide kurze Rockshow ohne Highlights und Ausfälle.

Zurück am Pavillion wurde mir dann eröffnet, daß aus meinem "bleiben wir mal einigermaßen alkfrei"-Plan nicht viel werden dürfte. Mehrere Liter süßen Honigweins hatten Ina und Frank noch in ihrer Vorratskammer, und außerdem war ihre Motivation sehr gering, das alles wieder mit nach Hause zu schleppen. Ergo musste ich mich dann wohl doch wohltätig als Met-Vernichtungsmaschine zur Verfügung stellen. Bei ausgelassener Stimmung bereiteten wir uns also gemeinschaftlich auf das große Finale des diesjährigen M´era Luna vor.

Da einige von unserer Truppe sich doch tatsächlich zu Agonoize in den Hangar quetschen wollten, zog die Karawane der Tapferen dann auch im Laufe des Nachmittages irgendwann Richtung Festivalgelände ab. Musikalisch für mich zwar auch höchst interessant, sparte ich mir aber das Agonoize-Programm, weil ich mir vorstellen konnte, wie überfüllt die überdachte Konzerthalle sein dürfte. Stattdessen war das Ziel einiger wagemutiger Recken und Reckinnen der Met-Stand, welcher sich mittlerweile zum festen Treffpunkt etabliert hatte. Wo sonst sollte man auch einen Otti auf jeden Fall wiederfinden?
Just zu dieser Zeit war es dann auch, wo mir ein netter Sicherheitsmensch erklärte, welche Vorzüge mit meinem Pressebändchen einher gingen, und ich somit nochmal einen kurzen Abstecher zurück zum Zelt machte, um meine geliebte Panasonic und weitere Partyutensilchen heran zu schaffen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war meine Stimmund dann vollkommen auf dem Zenith angekommen, den sie auch den Rest des Abends nicht mehr verlassen sollte.
Auf der Bühne tobten sich gerade übrigens Lacrimas Profundere aus, eine dieser Goth-Metal-Combos die ich sehr gerne nebenher höre, aber der ich selten meine bewußte Aufmerksamkeit schenke. Und so wurde auch dieser Gig nur teilweise beachtet, ein paar Fotos gemacht, und ansonsten weiter in den Peach-Met geschaut.

Zwei der Agonoize-Jünger (ihres Zeichens mittlerweile wohl jedem als Ina und Frank bekannt) kehrten auch alsbald zurück, laut fluchend über die Auslaß-Gegebenheiten des Hangars. Ich glaube es waren Dixi-Klos samt der dazugehörigen Menschenschlangen, welche ihnen die Rückkehr etwas verdorben hatten. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, gemeinsam dem Met und Saltatio Mortis zu fröhnen, welche inzwischen die Bühne erklommen hatten. Jene Spielmannen brachten in ihrer ureigensten Art mal wieder das Publikum zum Kochen, und ließen auch das Herz manches dem dem Mittelalter-Rock nicht ganz so zugeneigten Partygastes schneller schlagen.


Nie wieder aufs Dixi-Klo!

Im Anschluß entschieden sich vier unserer Gesellschaft, also Alex, Ralle, Olaf und Ich, auch mal den niedlichen Mittelaltermarkt zu begutachten, welcher anscheinend seit neuestem zum M´era Luna-Programm gehört. Dabei handelte es sich um eine Art Rondel mit mehr oder minder typischen Handelsständen, ohne viel Schnickschnack, aber dafür eben mit ausreichend Möglichkeiten, seine Silbertaler loszuwerden.
Außer einiger komischer Paradiesvögel, welche die Gäste erschraken, und von denen wir einem etwas von meinem leckern Truthahn-Kloß zu futtern gaben, gabs hier aber nicht sonderlich viel berichtenswertes, und so kehrten wir alsbald wieder zur Hauptbühne zurück, auf der sich gerade noch Apoptygma Berzerk die Ehre gaben. An sich eine Band die ich gerne mag, aber meiner aktuellen Stimmung nicht entscheidend zuträglich, wurden auch die Nordmannen eher als Hintergrundsound genossen.

Anders verhielt es sich da schon bei New Model Army. Vor etwa 10-15 Jahren hatte ich irgendwann eine kurze, aber heftige Phase, in der ich die Musik dieser Band bis zum erbrechen gehört habe. Seitdem waren die Jungs immer irgendwie präsent, allerdings hatte ich nie ein Konzert miterlebt, und hatte auch gar nicht mehr damit gerechnet, daß es irgendwann dazu kommen könnte. Die alten Herren von New Model Army bewiesen aber, daß sie es immernoch drauf haben, und rockten ihr Programm herunter als gäbs kein Morgen mehr. Einzig schade fand ich, daß sie den Klassiker 51st State ausließen, ein Song auf den ich mich dann doch irgendwie gefreut habe.

Den krönenden Abschluss lieferten mir dann die Gothic-Götter von Fields of the Nephilim. Mit athmospärischer Show in der Dunkelheit war es ein Hochgenuss Carl McCoy und seinen Mannen zu lauschen, und sich der wahren Finsternis hinzugeben. Met, Menschen und Musik vermischten sich für mich zu einem finalen mentalen Orgasmus, der mir wieder zeigte, wie wundervoll doch Festivals sein können.

Nach dem Konzert versammelten wir uns dann noch mit ein paar Leuten am Pavillion, um bei Speis und Trank das M´era Luna 2008 ausklingen zu lassen, und gegen Mitternacht auf Olaf anzustoßen, der zu diesem Zeitpunkt das nächste Lebensjahr betrat. Müde begaben wir uns dann aber auch bald in die Zelte, zumal ich am nächsten Tag pünktlich um 14 Uhr auf Arbeit antreten musste - Was ich nach Zeltabbau, Leute abliefern und kleineren Verkehrshindernissen auch gerade noch pünktlich schaffte.

Läßt sich zusammenfassend nur noch sagen, daß für mich das erste M´era seit ein paar Jahren ein absolutes Highlight war, ein Festival wie man es sich nur wünschen kann. Der Fluch scheint besiegt, die Party war wundervoll, und unter diesen Umständen bin ich auch im nächsten Jahren gerne wieder dabei. Allerdings muss auch gesagt werden, daß bei meinen Begleitern, die größtenteils die letzten Jahre komplett mitbekommen haben, kritische Stimmen über verkleinerte Zeltplätze bei größerem Besucherandrang laut wurden. Ob das nun tatsächlich so war kann ich aber nunmal nicht beurteilen.

PS: Einen lieben Gruß noch an Jessi... Irgendwann schaffen wir es auch mal, uns persönlich zu begegnen. ;)

26.08.2008 by Otti

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