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Replica: Das Spiel mit den Gegensätzen

Wenn vier Recken aus Österreich in die Welt hinausziehen um die Welt mit ihren musikalischen Visionen zu erobern, dann sollten sich die Unwissenden da draussen zum Tanez bereit machen. Replica Thrashen nicht nur, sie lieben es ihr Publikum mit Experimentierfreudigkeit und eingängigen Hymnen in Wallung zu bringen. Ihr neuestes Album Choose Between The Devil And The Deep Blue Sea begeistert von vorne bis hinten, weswegen wir mehr über Replica und ihre Visionen erfahren wollten. Stefan (Bass) Martin (Schlagzeug) und Alex (Gesang) beantworteten für euch unsere Fragen.

Otti:
Hallo Jungs, erstmal danke, dass ihr euch meinen Fragen stellt. Für alle, die bei Replica an mehr oder weniger schlechte Kopien denken, stellt euch doch nochmal kurz vor: Wer seid ihr, und was macht euch und eure Musik aus?

Alex:
Hallo Otti! Ja, wir sind Replica aus Oberösterreich- genauer gesagt aus Marchtrenk (kleine Stadt in der Nähe von Linz). Replica besteht aus Stefan Aschauer (Bass), Roman Wallner- Silberhuber (Gitarre), Martin Krumenacker (Schlagzeug) und mir, Alex Krumenacker (Gesang). Wir nennen unseren Musikstil, der wie ich finde sehr schwierig zu kategorisieren ist, Thrashcore. Also Thrash Metal mit modernen Elementen integriert. Wir machen immer nur das, worauf wir gerade Lust haben, sprich wenn uns ein Riff oder ein Teil gefällt wird er auch schon verwertet und in einem Song miteingebaut!


Replica: Stefan, Roman, Alex und Martin

Otti:
Mit Choose Between The Devil And The Deep Blue Sea habt ihr jüngst euren zweiten Longplayer unter die Meute gebracht. Jetzt mal ganz ehrlich, wer ist denn auf diesen Mörder-Titel gekommen, und welche Metapher steckt dahinter?

Martin:
Aufgrund vorangegangener Ideen stolperte ich über diese amerikanische Redewendung, die mir sehr gut gefiel.

Stefan:
In Österreich gibt es eine ähnliche Redewendung! Wo du dich zwischen Cholera und der Pest entscheiden kannst!

Alex:
Sprich, man hat die Möglichkeit sich zwischen zwei schlechten Dingen zu entscheiden. So oder so, du bist im Arsch! Das gefiel uns, außerdem klingt der Titel sehr stark!

Otti:
Schon fast als Kontrast zum Titel steht dann das Cover Artwork, welches mit einer Wüstenlandschaft aufwartet und eher romantische Gefühle zu vermitteln scheint. Wie passt dieses (fürs Genre eh ungewöhnliche) Cover denn in das restliche Konzept des Albums?

Alex:
Die Wüste und die tiefe See sind zwei Gegensätze die nicht Unterschiedlicher sein könnten. Zwar assoziiert man sie sehr oft als traumhaft schön, aber sie können im Grunde auch den sicheren Tod bedeuten.

Martin:
Wir wollten kein Metal typisches Cover! Wir stehen auf Landschaftsbilder, speziell die Arbeiten von Cary Flavin (von PointZero Designs) sind uns aufgefallen! Er hat schon für viele Bands, die alle aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen kommen, gearbeitet. Unter anderem auch für Parkway Drive!

Stefan:
Wir fühlten uns geehrt als er zustimmte mit uns zu arbeiten!

Otti:
Es scheint also so, als wäre euch die Arbeit mit solchen Gegensätzen wichtig. Zwischen den harten Thrash-Songs finden sich mehrere akustische Brücken (z.B. A Drop In The Ocean), die in meinen Augen erst dafür sorgen, dass sich eine Art Geschichte durchs Album zieht. War dieses Spiel mit den Gegensätzen bei der Entwicklung von Choose Between The Devil And The Deep Blue Sea von Anfang an beabsichtigt, und liegt hier vielleicht sogar der Kern eures musikalischen Selbstverständnisses?

Alex:
Das hast du richtig beobachtet! Es ist uns sehr wichtig ein abwechslungsreiches Album zu schaffen! Ich denke das ist uns sehr gut gelungen!

Stefan:
Wir wollten kein Konzeptalbum kreieren, jedoch wurde durch die Entstehung der einzelnen Songs ein roter Faden ersichtlich, dem wir Platz gaben um sich selbst zu entfalten.

Martin:
Als wir in das Studio gingen wussten wir schon ganz genau wie sich das neue Album anhören sollte! Die Stücke mit Klavier, Geigen und Bratschen, waren von Anfang an gleichwertige Songs, das spannende daran war nur, wie sich die einzelnen Akustikelemente als Gesamtwerk anhören würden! Und ob der Zuhörer den Zusammenhang der einzelnen Stücke erkennt!

Otti:
Tatsächlich würde ich euch zutrauen, auch mal über den metallischen Tellerrand hinaus zu schauen und vollkommen neue Aspekte in eure Musik einzuflechten. Gäbe es ein Genre, in dem ihr gerne mal Experimente starten würdet?

Stefan:
Wir experimentieren sehr gerne. Lasst euch überraschen!

Otti:
Und natürlich würde mich in dem Zusammenhang auch interessieren, mit welchen anderen Künstlern ihr gerne mal zusammen arbeiten würdet?

Stefan:
Ehrlich gesagt haben wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht. Aber natürlich wäre eine Zusammenarbeit mit Rick Rubin ein Wahnsinn.

Martin:
Es gibt sehr viele Künstler die man respektiert oder auch bewundert! Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit an einem Workshop mit Thomas Lang teilzunehmen! Es war sowohl lustig als auch anstrengend!

Otti:
Ihr habt nun als Support für Sepultura gespielt, was ja schon ne richtige Hausnummer ist. Was geht in euch vor wenn ihr daran denkt? Und was waren sonst bisher eure schönsten Live-Erlebnisse?

Alex:
Es ist der absolute Wahnsinn wenn man mit Bands auf der Bühne steht, die man früher und auch jetzt noch bewundert.

Martin:
Aber im Grunde geben wir bei jeder Show gleich viel Gas.

Stefan:
Mitunter waren das Magic Circle Festival mit Manowar in Slowenien und der Support von As I lay dying vor ausverkauftem Haus in Linz bisher die prägendsten Ereignisse.

Otti:
Wo wir schonmal bei Konzerten sind: Ein frisches Album im Gepäck schreit doch förmlich nach einer mehr oder minder ausgedehnten Tour. Ist da was in Aussicht?

Alex:
Durch das neue Album ergeben sich nun Möglichkeiten, die vor einem Jahr noch unmöglich waren. Darüber freuen wir uns total, da wir sehr gerne unterwegs sind. Also man darf gespannt sein. Auf alle Fälle haben wir vor, in möglichst vielen Ländern zu rocken.

Otti:
Ich war ehrlich gesagt noch nie in eurem Heimatland Österreich, würde aber zu gerne irgendwann mal dorthin reisen. Was wären denn eure Empfehlungen für einen Musik- und Underground-Touristen wie mich, was ich mir unbedingt anschauen müsste?

Alex:
Mozart und Replica, mehr muss man über Österreich nicht wissen.


"Wir experimentieren sehr gerne. Lasst euch überraschen!"

Stefan:
Nein, es gibt einige Clubs die es wert sind, von dir besucht zu werden. Schau einfach mal bei uns vorbei und wir machen dann eine Österreich Tour!

Alex:
Ja genau! Speziell in Wien gibt es kleinere Clubs die dir als Underground Tourist sicher sympathisch sein werden! Der Viper - Room und das Escape, da geht es eigentlich immer total zur Sache!

Martin:
Derzeit gibt es einige Veranstalter und auch Bands die sich trauen ein Konzert zu organisieren. Zum Glück wird das innerhalb der Szene sehr gut angenommen. Deshalb gibt es sehr viele gute Bands bei uns!

Otti:
Wenn es um eine Trennung oder einen anderen schmerzhaften Verlust geht, wie verarbeite(s)t Du/Ihr diesen?

Alex:
Durch Alkohol

Otti:
Aktuell ist bei uns in Deutschland Google Street View ein großes Thema, Datenschützer und Politiker laufen gerade dagegen Sturm. Ist das bei euch auch so extrem? Und wie steht ihr generell zu Google und deren Datenpolitik?

Stefan:
Im Moment ist dies noch nicht so ein großes Thema. Die Autos fahren aber auch schon von Haus zu Haus. Als Band stehen wir sowieso mit runter gezogener Hose im Internet.

Otti:
Generell gilt Metal als relativ unpolitische Subkultur, wobei es natürlich gewisse Ausnahmen gibt. Was haltet ihr von Strömungen wie dem NSBM, und inwieweit engagiert ihr euch musikalisch oder auch privat im politischen und sozialen Spektrum?

Stefan:
Mit NSBM haben wir nichts zu tun, und das sieht man uns auch an. Generell ist Politik bei uns innerhalb der Band kein Thema, da wir uns auf die Musik konzentrieren. Auch wenn wir durchaus gesellschaftskritische Themen aufgreifen.

Alex:
Wir sind keine politische Band! Für solche Angelegenheiten gibt es ja Politiker, von denen wir aber auch nicht immer alles glauben sollten. Die Texte erzählen sehr viel über unsere, bzw. meine Denkweise. Ein paar Texte sind sehr persönlich und andere wiederum einfache Geschichten. Mit unseren Texten möchten wir niemandem etwas aufzwingen, schon gar nicht unsere Denkweise über diverse Themen. Doch in jedem Text steckt eine gewisse Message oder eine Geschichte, die es wert ist erzählt zu werden.

Otti:
Gerade noch habe ich mich mit einer Freundin unterhalten, deren größter Wunsch es ist, irgendwann nach Norwegen zu wandern, weil sie sich dort zuhause fühlt. Wart ihr schonmal in Skandinavien? Und gibt es für euch auch Länder, die aus irgendeinem Grund eine ganz besondere Anziehungskraft auf euch ausüben?

Alex:
Durch die Band haben wir das Glück zahlreiche Länder und Städte kennen zu lernen. Zum Glück auch abseits der Touristenplätze. Aber in den skandinavischen Ländern waren wir noch nicht...

Martin:
... aber das wird sich bald ändern!

Otti:
Die letzten Worte sollen natürlich nun auch euch gehören - Wobei ich mir wünschen würde, dass ihr euch da irgendwas kreativeres als nur "Wir grüßen unsere Fans" einfallen lasst.

Alex:
An alle Leute da draußen! Wir bedanken uns bei euch für das aufgebrachte Interesse an die Band Replica. Bleibt immer auf den markierten Skipisten und versucht nicht zu denken sondern immer nur zu lenken. STAY METAL!

www.replica.at

Art des Interviews: Email
24.08.2010 by Otti

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