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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Catastrophe Ballet

"Danke für deinen Support." Das ist ein Satz, den man von Eric Burton, Kopf und Herz von Catastrophe Ballet, und gleichzeitig einer der wichtigsten Menschen in der deutschen Gothic-Szene, oft und gerne hört. Lieber Eric, was wären wir, die Fans, die Journalisten, all diejenigen die euerer Musik lauschen dürfen, die Musik deiner Band und all der anderen tollen Künstler, ohne euch?
Andieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön, an Eric und all die anderen Musiker, die trotz all der Schwierigkeiten, die diese Berufung mit sich bringt, uns immer wieder schöne Momente bescheren, und unsere Leben bewegen.
Aber kommen wir mal zum eigentlichen Thema, einem tollen Interview mit eben jenem Eric Burton. ;)

Otti:
Vor etwa einem Monat ist das neue Album ... All Beauty Dies erschienen. Wie fühlt man sich, wenn so ein Werk vollbracht und endlich unter die Leute gekommen ist?
Eric:
Gut und schlecht zugleich. Gut deshalb, weil eine langwierige und schwere Arbeit bzw. ein Entstehungsprozess abgeschlossen ist. Schlecht deshalb, weil diese Arbeit so lange ein großer Teil im Leben war und man sich gar nicht vorstellen kann, das der jetzt "weg" ist. Zudem will man hinterher immer wieder Dinge ändern, anders machen....

Otti:
Und wie war allgemein die Resonanz auf das Album?
Eric:
Nähme ich an, die Presse hätte sich getraut mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen, dann wäre die Antwort auf Deine Frage: sehr gut. Ausnahme: der Metal Hammer ! Der schreibt, wir sind auf dem Album zu poppig und daher scheisse! Der Hammer Journalist schreibt aber auch, das mein Name Eric Burdon ist....tja, knapp vorbei ist auch vorbei...


"Gothic ist für mich ein sich bewegender, fortschreitender Kosmos..."

Otti:
Etwas was mir gleich aufgefallen ist, ist, daß Du bei deinen Titeln gerne Teile in Klammern setzt. Ich finde das recht ungewöhnlich, und daher interessiert mich, welche Intention denn dahinter steckt?
Eric:
Da ist keine wirkliche Absicht dahinter. Das sind einfach die Songtitel, so wie sie mir eingefallen sind bzw. so wie sie mir gefallen.

Otti:
Musikalisch ist die Scheibe für mich eine Reise in die Zeit, in der Gothic Rock noch das Maß der Dinge war. Warum meinst Du sind solche Produktionen heutzutage seltener geworden?
Eric:
Als wir "All beauty dies" aufnahmen, haben wir uns ÜBERHAUPT keine Gedanken gemacht, wohin die Reise gehen soll bzw. welchen Style wir hier kreieren. Das war uns auch nicht wichtig. Wir wollten ein "pures" CB album machen, das uns selber widerspiegelt, so wie wir aktuell sind, wie wir fühlen und was wir ausdrücken möchten. Wenn Du das neue Album als "Goth Rock" empfindest, so ist das Zufall. Aber genau DAS macht für uns Gothic aus !!! Vielleicht ist diese Ungezwungenheit der Grund dafür, das die Produktion eben diesen Vibe hat. Ich denke, das viele Acts sich heute zu verkrampft an ihre Kompositionen heransetzen. Man will unbedingt etwas bestimmtes erreichen.....Wir haben keine Angst (mehr) vor uns selber.

Otti:
Was mir besonders gut gefällt ist die Detaillverliebtheit in eueren Kompositionen, im Gegensatz zu anderen Bands ist die Musik mehr als abwechslungsreich und doch in sich stimmig. Wie schafft man es, solch komplexe Klanggebilde zueinem in sich stimmigen Album zu formen?
Eric:
Das habe ich ja gerade versucht zu erklären: Indem man sich möglichst von allen vermeindlichen Konventionen, Vorstellungen, Zielen, Einflüssen löst und sich einfach selber darstellt, ohne Schauspielerei!

Otti:
"Licht in meinen Träumen" sticht nicht nur dadurch hervor, daß es der einzige deutschsprachige Song ist, sondern auch dadurch, daß es der einzige ist wo die Lyrics nicht von dir stammen, sondern von einem gewissen Mark Pittelkau. Wer ist dieser Mensch, und was hat euch dazu bewogen seinen Text zu vertonen?

Eric:
Mark ist ein sehr guter Freund von mir. Dieser Text hat sofort auf die Musik des Songs gepassst und die Vocals wurden in einem "First take" aufgenommen. Das sollte wohl zusammenkommen. Ich habe diesen Text unter anderem ausgewählt, weil ich persönlich niemals solche Worte in diesem Zusammenhang hätte formen können.

Otti:
In "You stole the things..." rechnest Du mit dem ganzen Kleinkrieg in der Musikbranche ab. In einem Interview hast Du kürzlich auch besonders das illegale Downloaden von Musik kritisiert, und sagst das würde die Musikbranche zerstören. Meinst Du denn nicht, daß die Musikbranche einfach nur viel zu langsam auf neue Technologien reagiert hat, und dadurch dieses Problem erst entstanden ist? Bevor es das Internet gab waren es halt gebrannte CDs, davor waren es Tape-Aufnahmen die man getauscht hat...
Eric:
Sorry, aber das klingt für mich nach einer absolut fadenscheinigen Entschuldigung, sich illegal Musik stehlen zu DÜRFEN, weil ja die dumme, dumme, dumme Plattenindustrie so kläglich versagt hat und die armen, unschuldigen, eigentlich zahlungswilligen "Fans" ja gar keine andere Chance haben. Theoretisch ist es doch vollkommen egal, wann und wie die Musikindustrie reagiert hat, denn DIEBSTAHL BLEIBT DIEBSTAHL. Ob Du einer Oma die Handtasche klaust oder einer Band ihre Songs, es bleibt das gleiche Verbrechen. Zudem ist es totaler Nonsens zu behaupten, das es zu lange gedauert hat bis es legale Downloadplattformen gab. Solche Geschäftsmodelle gab es genau so schnell wie illegale Tauschbörsen.
Leute, ich will hier nicht rumheulen, daher mach ich es Euch mal gaaaaaaaaaaaaaanz einfach: Wenn ein Act ein Album veröffentlicht, dann kostet das IMMER Geld (Pressung, Gema, Anzeigen, Promotion etc). Das muss die Plattenfirma (in 98 % aller Fälle 1 - 3 Mann / Frau Labels, die das "nach Feierabend" tun) investieren. Meist liegt der Break Even (also wenn die schwarze Null geschrieben wird) bei ca. 1500 - 2000 VERKAUFTEN CDs. Wohlgemerkt: dann hat noch KEINER auch nur EINEN CENT verdient !!! So, wenn jetzt von den mindestens zu erwartenden CD Verkäufen ca. 50 % (was zur Zeit der absolut traurige Schnitt bei ALLEN Veröffentlichungen ist !!!!) wegen illegalem Downloaden / Brennen wegfällt, dann zahlt das Label drauf und es wird - so leid es dem größten Idealisten aus der Label-Branche auch tut" - KEIN weiteres Album dieses Act geben. Wenn das 3, 4,5 ... mal passiert, wird es das Labeln nicht überleben und den Betrieb einstellen. Und wenn Du glaubst, für jedes "gestorbene" Label wächst eins nach, dann träumst Du !!! Ohne Label gibts keine Veröffentlichung, ohne Veröffentlichung gibts keine Storys in dem magazinen, keine Promos, die die Djs in den Clubs spielen können, keine Konzerte (kommt ja keiner zu einer unbekannten Band) usw. Die Downloader / Brenner - Asis töten also ihre eigene Szene !!!!!!

(An dieser Stelle sei angemerkt, daß ich auch nichts von Raubkopien halte, aber es freut mich, einen direkt betroffenen Menschen mal zu solch deutlichen Aussagen bewogen zu haben. Vielleicht schnallen ja jetzt ein paar Menschen, wie wichtig der Kauf von CDs ist... Anmerkung von Otti)

Otti:
Ihr habt damals auf "Modern Primitives" den Song "Anarchy in the UK" von den Sex Pistols gecovert. Dein Statement dazu war, daß die Sex Pistols dich mehr oder weniger aus deiner aus deiner naiven Teenie-Pop-Zeit erweckt haben. Wie wichtig war und ist für dich Punkrock in bezug auf die moderne Musik, insbesondere auf die Gothic-Szene?
Eric:
Viele vergessen heute leider, das sich die Gothic Szene ja aus der Punk Szene entwickelt hat. Ohne Punk kein Gothic. Daher ist z.b. auch die US Gothic Szene immer noch wesentlich punkiger als die europäische Szene.Mir gefällt an Punk die rohe, ungekünstelte Idee. Viele Goth / Szene Acts sind mir zu hohl, zu aufgesetzt und viel zu harmlos. Manchmal komm ich mir vor wie auf einem Kindergeburtstag....;-)

Otti:
Du bist neben Deiner Musik auch als Kopf der Promo-Firma "Hardbeat Promotion" tätig, wodurch Du natürlich zum einen mit vielen anderen Künstlern zu tun hast, aber auch genau hinter die Kulissen des Musikbusiness blickst. Inwieweit beeinflußt dich diese Arbeit in der Art wie Du Deine Musik schaffst?
Eric:
Heutzutage kein bißchen mehr...Gott sei Dank !!! ich habe gelernt, das CB und mein Job nichts miteinander zu tun haben DÜRFEN !

Otti:
Was ist es, was einen Musiker wie dich dazu bringt, immer weiter zu machen, an seine eigene Musik und seine eigenen Träume zu glauben?
Eric:
Die Suche nach dem heiligen Musiker-Gral: das perfekte Album !!!! ;-) Solange ich noch Ideen habe, die es wert sind umgesetzt zu werden, solange ist in mir ein Motor, der mich dazu "zwingt", diesen Irrsinn weiter zu machen.


"Viele vergessen heute leider, das sich die Gothic Szene ja aus der Punk Szene entwickelt hat."

Otti:
Du sagtest auch kürzlich aus, daß "Gothic" für dich keine Schublade, sondern ein bewegender Kosmos sei, und bekennst dich somit eindeutig zu dieser Szene. Was bedeutet der Begriff "Gothic" für dich, was fasziniert dich an der schwarzen Szene?
Eric:
Du hast es ja schon geschrieben: Gothic ist für mich ein sich bewegender, fortschreitender Kosmos, der Inhalte aus seinen Anfängen mit neuen Einflüssen vermischt und dadurch eine große Bandbreite an musikalischen, ideologischen und optischen Styles über die Jahre erreicht. Gothic ist für mich NICHT: musikalische Engstirnigkeit, alberne Modeklischeess (von denen ca. 90 % sowieso überhaupt nix mit dem Gothic Style der Anfangszeit zu tun haben, hahaha..) und der Wunsch, es soll möglichst bald wieder "1985" sein.

Otti:
Woran denkt ein Eric Burton als Erstes, wenn er morgens aufwacht?
Eric:
Heute morgen war es der Gedanke "Warum muss die verfluchte Baustelle ausgerechnet neben meinem Fenster sein?"

Otti:
Und was ist dein größtes Ziel, was Du in diesem Leben noch erreichen willst?
Eric:
Den Zustand vollkommener Zufriedenheit.

Art des Interviews: Email
13.06.2006 by Otti

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