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Interview (Musik)

Illuminate: Konsequente Grenzgänger

Was die schwarze Szene so besonders macht, ist ihre Vielseitigkeit. Ein Umstand, den manche Leute gerne mal verdrängen... Und dann gewisse Dinge (vor)verurteilen. Davon könnte auch Johannes Berthold, Kopf und Gründer der Band Illuminate zahlreiche Lieder singen... Tut er aber zum Glück nicht. Stattdessen schreibt er viel lieber traumhaft schöne und ehrliche Stücke, deren neueste zuletzt auf dem aktuellen Illuminate-Album Grenzgang verewigt wurden. Nicht jeder mag den besonderen Sound der Band mögen, aber die Fans lieben ihn. Und sie wissen warum.
Mit uns sprach Johannes über die momentanen Begebenheiten bei Illuminate, sein Seelenleben und die Vorbereitungen auf das heranrückende Jubiläumsjahr der Band, welches natürlich gebührend gefeiert werden will.

Otti:
Hey Johannes, erst mal Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Wie ist denn ganz generell aktuell so die Situation im Hause Illuminate?

Johannes:
Wir sind schon in der Vorbereitungsphase für den Nachfolger von Grenzgang. So unglaublich, wie das auch klingen mag. Da wir im nächsten Jahr unser 20-jähriges Jubiläum feiern und hierzu eine ganz spezielle CD veröffentlichen wollen, werden wir 2012 für ein neues, "reguläres" Album nutzen. Und da die Zeit so schnell vergeht, sind wir schon fleißig am Werkeln, damit wir die Fans im Herbst diesen Jahres "beglücken" können! :)


"Gute Musik und gute Texte müssen aus dem Herzen kommen."

Otti:
Euer neues Album Grenzgang ist ja nun schon ein Weilchen auf dem Markt. Wie war denn das Feedback bisher? Und gab es irgendwelche Überraschungen seitens der Presse-Kritiken?

Johannes:
Die Resonanzen waren durchweg positiv. Sei es von Seiten der Fans, wie auch von der Presse. Natürlich werden wir den unterschwelligen Vergleich mit dem "Grufti-Schlager" wohl nie so ganz los (auch wenn das wirklich seit Jahren schon ganz schön an den Haaren herbeigezogen daherkommt), aber die kritischen oder gar höhnischen Stimmen werden immer leiser und leiser. Ich denke, dass wir nach fast 20 Jahren aktiver Arbeit in der deutschen Gothic- und Darkwave-Szene auch bewiesen haben, dass wir hier nicht mehr wegzudenken sind.

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Otti:
Das Schöne bei euch ist ja unter anderem, dass die Alben allesamt sehr wohl durchdacht und konzeptioniert sind. Welche Idee stand denn am Anfang der Arbeiten an Grenzgang, und wie hat es sich dann weiterentwickelt?

Johannes:
Ganz am Anfang stand das Konzept, mein derzeitiges Befinden und Seelenleben musikalisch zu verarbeiten. Da mir nicht gerade (um es mal ganz überspitzt auszudrücken) Rosen aus dem Arsch gewachsen sind in der letzten Zeit, war klar, dass Grenzgang eine Art Psychotherapie für mich werden wird. Und auf dieses Ziel haben wir dann hingearbeitet. Das mag für den ein oder anderen Hörer zwar sehr persönliche und schwer verdauliche Kost sein - aber wir haben ja seit jeher den Anspruch, keine Fantasiegeschichten zu vertonen, sondern nur Themen, die uns auch persönlich ganz direkt beschäftigen, belasten und angehen.

Otti:
Die drei Kapitel - Neubeginn, Krise und Katastrophe - beschreiben ja verschiedene Stadien vieler Erfahrungen, die wir im Leben machen. Generell wirkt das aber auch wie ein ewiger, trauriger Kreislauf. Wo liegt denn die Chance, aus diesem auszubrechen?

Johannes:
Wenn ich Dir hierauf das Patentrezept liefern könnte, würde ich höchstwahrscheinlich den Nobelpreis für Psychologie/Psychiatrie verliehen bekommen. Für mich persönlich lag und liegt die Chance darin, mein Seelenleben öffentlich durch eine CD wie Grenzgang darzulegen. Das wird für einen anderen "Betroffenen" aber keine wirkliche Lösung sein. Hier gibt es mannigfache Ansätze, Lösungsvorschläge und/oder Chancen...!

Otti:
Ich persönlich "musste" in den letzten Monaten einmal mehr erfahren, wie intensiv Musik sich mit den eigenen Gefühlen und Erlebnissen verstrickt, Grenzgang war Teil dieses Prozesses. Wie wichtig ist es für euch, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu berühren?

Johannes:
Illuminate ist ja berühmt-berüchtigt dafür, dass wir berühren und nicht nur "entertainen" wollen. Dieses Ziel verfolgen wir sehr konsequent und ohne Achtung auf den sogenannten Mainstream-Geschmack. Insofern hat diese Intention also absolute Priorität. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern, solange es uns geben wird...

Otti:
Und generell finde ich es beängstigend, wie oft genau die richtige Musik zur richtigen Zeit in das eigene Leben tritt. Ist das Zufall, oder mag es dafür in deinen Augen einen tieferen Grund geben?

Johannes:
Ich denke, dass dies vor allem davon abhängt, an was Du glaubst. Ich bin ja prinzipiell kein Freund der "Zufalls-Theorie" und fest davon überzeugt, dass alles auf der Welt einem tiefern Sinn folgt und von guter, gütiger Hand gelenkt wird. Ich würde mir aber niemals anmaßen zu behaupten, dass ich den richtigen Zeitpunkt meiner Fans abpassen kann, um ihnen dann den Weg aus einer Krise zu zeigen. Wenn wir ein paar Leute "erwischen" und ansprechen können, so haben wir absolut den Sinn unserer Arbeit erreicht. Und da das Feedback uns hierin immer mal wieder bestätigt, sehe ich keinen Grund, den eingeschlagenen Weg zu verlassen.

Otti:
Mal ganz banal gefragt: Was ist in deinen Augen das Hauptkriterium für gute Musik?

Johannes:
Gute Musik und gute Texte müssen aus dem Herzen kommen. Hier gibt es auch keinerlei Grenzen oder Schranken, dass etwas "kitschig" oder "doof" sein könnte. Diese Attribute werden erst gültig, wenn jemand auf Krampf versucht, etwas "Wertvolles" kreieren zu wollen. Das geht meist schief und erfüllt dann das Kriterium der "nicht guten" Musik oder Kunst.

Otti:
Wenn man so lange im Geschäft ist wie ihr, welche Erwartungen hat man dann noch an seine eigene Kunst und an das Musikbusiness im Allgemeinen?

Johannes:
Oh weih...sehr hohe Erwartungen haben wir wirklich nicht mehr. Ich habe schon so viel erlebt (und erleben müssen), dass mich fast nichts mehr schocken oder irritieren kann. Vom Niedergang der CD als Produkt, über Raubkopieren bis zum Exzess, hin zu der Unvernunft der "Konsumenten" bezüglich dieser Problematik - gepaart mit unseriösen Vertriebspartnern und Konzertveranstaltern, Neidern innerhalb und außerhalb der Szene...auf der anderen Seite unser sensationeller Erfolg innerhalb der Branche und die wahnsinnig schönen Erlebnisse mit unseren Fans auf geilen Festivals und Konzerten....... Ich erwarte nichts und freue mich umso mehr, wenn ich positiv überrascht werde. Womit auch immer...! ?

Otti:
Die Tour zu Grenzgang ist für den Frühjahr diesen Jahres geplant. Auf was freut ihr euch denn bei dieser Gelegenheit am meisten?

Johannes:
Auf nette Begegnungen mit lieben Menschen; auf den Kontakt zu unserer Support-Band; auf die Freude am Spielen; auf neue Gesichter und neue Bekanntschaften.

Otti:
2011 war wieder ein bewegtes Jahr. Abgesehen von eurem neuen Album, welche Ereignisse und Erlebnisse bleiben euch denn in Bezug auf die vergangenen zwölf Monate am meisten im Gedächtnis?

Johannes:
Ich kann hier jetzt nur für mich selbst sprechen, aber das waren natürlich die Vorfälle in Fukushima, sowie der Tod von Vicco von Bülow (Loriot).

Otti:
Und was sind eure Wünsche und Vorsätze für das neue Jahr?

Johannes:
Ein weiteres gutes Album abzuliefern, etwas mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und das Leben so zu nehmen und zu akzeptieren, wie es ist...

Vielen Dank für das liebe Interview!

Johannes Berthold

www.illuminate.de

Art: Email
23.01.2012 by Otti

Illuminate bei Musicload.de finden

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