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Guts Pie Earshot: Mit Lushus im Druckluft, Oberhausen (24.08.2011)

Musik ist etwas wundervolles... Mit dieser Meinung bin ich sicherlich nicht alleine. Natürlich, denn sie unterhält, vermittelt Botschaften, transportiert Stimmungen, lädt zum Tanzen, Pogen, Moshen ein... Aber darum geht es mir gerade eigentlich gar nicht. Weswegen ich auf diese Aussage komme, hat einen ganz anderer Grund. Wenn man sich mit Musik befasst, kann man immer und immer wieder Neues für sich entdecken, oftmals sogar Sachen die schon lange existieren, aber einem selbst nie unterkamen bisher. Es gibt soviele Bands, Künstler, Genres etc., dass man nie auslernt. Deswegen liebe ich meinen Job als Musikjournalist, Langeweile kommt hier bestimmt nicht auf.

Eine dieser Neuentdeckungen für mich sind Guts Pie Earshot. Eine kleine Zufallskette hat mich auf diese Combo gebracht, bei der alles damit begann, dass ich auftragsmäßig einen Artikel zur frisch gegründeten Band Subvasion schreiben sollte, die mir gleich so gut gefielen, dass ich euch mit Rezension und Interview versorgt habe. Das Trio besteht dabei aus Elena, Jean und Patrick, wobei die beiden Männer eben ursprünglich besagte Guts Pie Earshot darstellen, eine Formation, die es (früher mit ein paar mehr Musikern) bereits seit fast 20 Jahren gibt, die aus der Punk-/Anarcho-Szene stammt (was mir persönlich sehr sympathisch ist) und von der ich aber bis dato noch nix gehört hatte. Während meiner Recherchen entdeckte ich dann, dass genau diese GPE am Mittwoch (24.08.2011) im Oberhausener Druckluft spielen sollten, zusammen mit einer mir ebenfalls bis dato unbekannten Band namens Lushus.

Die sympathische Kommunikation mit Subvasion und ein paar kurz absorbierte Youtube-Videos überzeugten mich schnell davon, dass sich ein spontaner Besuch dieses Konzerts lohnen könnte. Also begab ich mich am Mittwochabend nach Oberhausen, das Navi fleißig programmiert, denn im Druckluft war ich ebenfalls noch nie... Nur um dann festzustellen, dass es nur knapp 100-200 Meter vom Eisenlager entfernt liegt, einem meiner Stammläden also. Sowas muss man ja erstmal wissen!


Lushus

Wie so oft war ich viel zu früh da, was mir aber die Gelegenheit gab, im Innenhof des Jugend- und Kulturzentrums ein wenig mit der Location auf Tuchfühlung zu gehen. Wie ich herausfinden konnte, gibt es das Druckluft ziemlich genau so lange wie mich - Um so seltsamer, dass ich quasi immer daran vorbei gerasselt bin. Das selbstverwaltete Zentrum bietet allerlei verschiedene Kulturangebote, also Konzerte, Parties, Meetings usw usf. Das alles in einem doch recht ansehnlichen Gebäudekomplex, der zudem anscheinend vor kurzem komplett renoviert und umgestaltet wurde, wie mir andere Besucher und Mitarbeiter erzählten. So hat sich durch die ganze Ereigniskette doch gleich nochmal eine sehr coole Venue auf meinen Radar geschlichen.

Die Zeit verstrich, und wo ich anfangs noch so ziemlich der erste Gast war, sammelten sich dann doch eine (für einen Wochentags-Abend) ansehnliche Schar an Konzertbesuchern. Beginn sollte 21 Uhr sein, aber da Lushus noch bis kurz davor Soundcheck gemacht hatten, war klar, dass der Zeitplan nicht so ganz einzuhalten wäre. Es dauerte dann auch bis fast 22 Uhr, bis das niederländische Trio auf die Bühne kam. Lushus bestehen aus zwei netten Frauen (beide Bass und Gesang) und einem Herrn an den Drums, der sich zudem auch ab und an in den Gesang einschaltet - Eine ungewöhnliche Kombination, die aber dank sehr pointierter Musik zwischen Punk und Experimental, witzigen Songtexten und verschiedenen Effektgeräten für die Bässe sehr gut funktioniert. Man verzeihe mir, dass ich keine großen Aussagen zum Set machen kann, ich hab mir keine Notizen gemacht und war bis dahin ja nie mit Lushus in Berührung gekommen. Ein Song (zugleich einer der witzigsten und freakigsten) hieß aber Plastic, soviel ist sicher. Insgesamt hat der Auftritt der Niederländer nicht nur mir, sondern auch dem restlichen Publikum definitiv Spaß gemacht.

Als ich dann zum vorletzten Song aber doch mal an die frische Luft ging, bin ich Jean von Guts Pie Earshot in die Arme gelaufen, was gleich zu noch einem sehr netten Gespräch geführt hat. Sowohl er, als auch Patrick (den ich dann in der Umbaupause kurz erwischt habe), sind wirklich großartige und sympathische Zeitgenossen, denen man die Begeisterung für Musik auch nach 20 Jahren in der Branche noch deutlich anmerkt.


Guts Pie Earshot

Der Umbau verlief angenehm schnell, und kurz darauf enterten GPE dann auch die Bühne. Wer (wie ich bis vor Kurzem) noch nie mit deren Musik in Berührung kam, dem sei gesagt: Die beiden machen Musik ausschließlich mit Schlagzeug (Jean) und effektverstärktem Cello (Patrick). Das mag zunächst langweilig klingen, aber ganz ehrlich... Das, was die beiden da abgefeuert haben, hat mich umgehauen! Wie soll ich es beschreiben? Sagen wir es so, das erste "Stück" ging glaub ich ca 40 Minuten, wobei das wohl lediglich daran lag, dass die Musiker einfach keine Pause gemacht haben, sondern von einem "Track" in den nächsten hinein hämmerten. Dabei beeindruckt nicht nur die hammermäßige Ausdauer der Protagonisten, sondern auch das, was sie aus ihren Instrumenten heraus holen. In diesem ersten Stück alleine waren soviele spannende Melodien verarbeitet (u.a. hab ich auch Dead Kennedys herausgehört), soviele Stimmungen wurden erzeugt, dass es ein wahres Fest war. Jean und Patrick verstehen sich nahezu blind (okay, Übergänge wurden manchmal mit Augenkontakt "abgesprochen" ;)) und packen das Publikum mal mit wilden Pogobeats, mal mit hauchzarten Passagen und dann wieder mit verspielten Tanzmelodeyen. Beide Instrumente werden dabei so geschickt miteinander verwoben, dass man nahezu unweigerlich von den Klängen mitgerissen und in eine Art Trance-Tanzrausch versetzt wird. Um es ein wenig blasphemisch auszudrücken: Guts Pie Earshot erinnern in der Machart ein wenig an Apocalyptica, nur dass letztere im direkten musikalischen Vergleich in meinen Augen gnadenlos abstinken würden!
Da verwundert es auch nicht, dass das gesamte Konzert von frenetischem Jubel und wilden Tänzen seitens des Publikums begleitet wurde. Nach dem erweähnten Monsterstück gab es noch zwei oder drei weitere in "Normallänge", bevor das "offizielle" Set vorbei war... Was aber noch lange nicht das Ende bedeutete. Zahllose Zugaben wurden gefordert und von Guts Pie Earshot auch mit freudestrahlenden Gesichtern gerne gegeben.

Ich könnte noch weitere Superlative auffahren und mich in Begeisterung verlieren, aber das lasse ich nun mal. Was bleibt, ist die Freude über einen echt tollen Abend, eine wunderbare Neuentdeckung und das Wissen, dass Musik immer wieder noch Spaß machen kann. Jedem, der die Möglichkeit hat, empfehle ich einfach mal selbst ein Guts Pie Earshot-Konzert mitzunehmen... Das Erlebnis selbst sagt ja doch mehr aus als alles, was ich hier niederschreiben kann.

Weitere Infos zu den Bands und zur Location findet ihr unter:
www.lushus.nl
www.gutspieearshot.de
www.drucklufthaus.de

Bildergalerie:
Hier entlang!

26.08.2011 by Otti

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