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Castle Rock 12: Schloss Broich in Aufruhr

Was macht ein gutes Festival aus? Es soll Spaß machen, die Musikauswahl muß stimmen und man möchte nette Leute treffen, mit denen man ordentlich feiern kann. Für Freunde der Rockmusik gibt es da eines, was nicht nur all diese Faktoren vereint, sondern dabei auch eine wundervolle Kulisse bietet: Das Castle Rock im Schloss Broich zu Mülheim. Schon zum zwölften Mal jährte sich besagtes Kult-Festival in diesem Jahr, und die Fans sollten nicht enttäuscht werden. Schon das Line Up versprach im Vorfeld nur das Beste, wie ein Blick in unsere Präsentation eindrucksvoll unterstreicht. Aber Theorie und Praxis sind ja bekanntermaßen zwei Paar Schuhe - Und so sah ich mich verpflichtet, wieder einmal selbst zu überprüfen, ob die Versprechungen auch gehalten würden.

Daher musste ich mich leider (hihi) am Freitag, dem 01. Juli 2011 nach Mülheim begeben, um dem Castle Rock 12 beizuwohnen. Eine gar schreckliche Aufgabe, die ich aber tapfer und ritterlich in Angriff nahm... Nein, wie immer freute ich mich natürlich auf dieses Ereignis wie ein Schneekönig! Mit von der Partie sein sollten dann auch noch drei andere Nightshade-Teammitglieder, die (beruflich und privat) längst wie ich zu Stammgästen bei den Mülheimer Burgenfestivals gehören: Ralle, Gisela und SemiD. Somit fiel mir dieses Mal auch nicht die Aufgabe des Fotografen zu, was ich durchaus auch mal zu schätzen weiß... Als Festival-Fotograf hat man nämlich einen sehr engen Zeitplan, während der Schreiber des Berichtes eigentlich machen kann was er will, solange er nicht ins Koma fällt. Naja gut, ein wenig was von den Bands sollte man natürlich auch mitkriegen.


End Of Green

Der Freitag ist dabei traditionell der etwas ruhigere, weil kürzere, Tag. Vier Bands nur, Beginn erst nachmittags, so dass viele Besucher gleich von der Arbeit am Schloss Broich aufschlagen und sich das Abendprogramm relativ entspannt geben. Eine schlechte Nachricht gab es jedoch für Fans von ZeromancerCastle Rock, abgesagt werden. Mit End Of Green hatte Veranstalter Michael Bohnes aber einen mehr als adäquaten Ersatz gefunden, der im Übrigen nicht zuletzt von den Zeromancer-Fans ordentlich abgefeiert wurde. Aber bevor es soweit war, sollten zwei andere Bands das Fest eröffnen.

Den Auftakt machten Leichenwetter, die mich mit ihrer jüngst erschienenen Platte Zeitmaschine durchaus überzeugt hatten. Der Clou dieser Band: Gedichte alter deutscher Lyriker werden mit Metal-Musik vermengt und bekommen so einen ganz neuen Anstrich. Macht von CD durchaus Laune, live hat es mich aber weniger gepackt. Zum einen war der Sound mäßig, zum anderen fehlte aber auch irgendwie der Esprit. Und was so gar nicht hätte sein müssen war das zum Schluss vorgetragene Falco-Cover Out Of The Dark... Sorry, aber das war eher gruselig und hat dem legendären Österreicher echt nicht das Wasser gereicht.

Einen ähnlich zwiespältigen Eindruck haben auch die Merciful Nuns hinterlassen. Mit einem Sound irgendwo zwischen Sisters Of Mercy und den Fields Of The Nephilim hätte diese Combo sicher jedes reine Gothrock-Festival bereichert, hier auf dem Castle Rock konnte man aber vielen besuchern ansehen,d ass sie mit dem eher monoton--ruhigen Sound der Band nicht viel anfangen konnten. Mir persönlich war die Live-Performance auch zu langweilig, wobei man sich die Musik ganz gut anhören konnte.

Ein ganz anderes Kaliber sind da natürlich End Of Green! Die Stuttgarter rocken egal wo, egal vor welchem Publikum und mit unheimlicher Begeisterung. Diese Energie überträgt sich natürlich stets auf die vor der Bühne lungernde Meute, was in der Regel in wildem Headbangen und sonstigen Zuckungen endet. Ich habe mir zwar ehrlich gesagt so gar keinen einzigen Titel gemerkt, obwohl ich die ja eigentlich fast alle irgendwo kenne, aber das ist egal. Für mich waren End Of Green der Gaumenschmaus des Freitags.

Es sollte eine wahre Legende folgen... Moonspell. Angedenk der Tatsache, dass ich aber zum Samstag fit sein wollte, habe ich mir nicht das komplette Konzert angeschaut. Ganz im Gegensatz zu Gisela, die als begeisterter Fan der Portugiesen den Gig aufgesaugt und in einem separaten Bericht für euch eingefangen hat. Diesen findet ihr, wenn ihr diesem Link folgt.

Am Samstag sollte der werte Ralle sich anbieten, mich zu fahren, was mir die Möglichkeit gab, mir auch das eine oder andere Bierchen zu genehmigen. Tatsächlich hatte mich am Freitag nämlich nur eines wirklich gestört, meine Unentspanntheit, die in nervigen Rückenschmerzen endete. Samstag hingegen sollte ich einen wesentlich lockereren Umgang mit Körper und Geist finden, was die Partylaune deutlich steigerte.


Stahlmann

Eröffnungsband des Samstags waren Stahlmann... Moment mal, da bekomm ich doch ein Déjà-vu! Ja... der gleiche Act hatte ein Wochenende zuvor beim Blackfield 2011 gespielt... Zwar nicht als Opener des zweiten Tags, aber als erste Band die ich an selbigem gesehen habe. Auch hier auf dem Castle Rock sorgten die Eisbrecher-Adaptoren für viel Action und ein früh recht gut gelauntes Publikum. Gespielt wurden Songs wie Willkommen, Stahlmann und Marschieren.

Als zweites performten die Golden Apes, eine Band, von der ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, die aber einen ganz soliden Eindruck hinterließen. Die Songs hörten auf so illustre Titel wie Leaving Ground oder The Happy Losers. Als brandneu wurde I Leave You angekündigt. Und irgendetwas mit "Fairy" war auch dabei, wenn ich das richtig verstanden habe...

Auf die nächste Combo war ich dann ja doch recht neugierig, hatten mich Lord Of The Lost doch schon im vergangenen Jahr mit ihrem äußerst gelungenen Debütalbum Fears positiv überrascht, von dem dann natürlich auch einige Kracher wie z.B. Break Your Heart oder Dry The Rain zum Besten gegeben. Richtig beeindruckend war aber vor allem die Performance der Hamburger, die mitreißender kaum hätte sein können! So schien Frontmann und Bandinitiator Lord Harms keine Müdigkeit zu kennen, tobte über die Bühne und sang kurzzeitig gar mit verbundenen Augen. Lord Of The Lost sind definitiv eine Liveband, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Auffälligster Partyhit war allerdings mit Sicherheit das fetzige Lady Gaga-Cover Bad Romance.


Lord Of The Lost

Van Canto wiederum gehören zu den Bands, die ich längst einmal auf der Bühne erlebt haben wollte, aber bis dato hatte ich diese Gelegenheit immer verpasst. A Capella-Metal macht ja doch neugierig, obgleich ich mich über Tribe Of Force zumindest schon vergewissern konnte, dass das von CD funktioniert. Auch live haben die Stimmkünstler es drauf, soviel sei gewiss. "Gespielt" wurden unter anderem Lost Forever, One To Ten und "für die Mädchen", wie die Band es so schön nannte, Wishmaster von Nightwish. Generell wurde - wie es sich für Van Canto gehört - viel gecovert. Als Klassiker gabs da z.B. Master Of Puppets von Metallica, mir persönlich trieb Fear Of The Dark (Iron Maiden) Nostalgietränen in die Augen... Und als dann noch zur Zugabe gebeten wurde, fragte Ross Thompson ganz frech, ob Engländer anwesend seien. Als dies bejaht wurde, kam nur noch ein grinsendes "I am scottish. This is for you!" um mit Grave Diggers Rebellion den Marsch der Clans zu starten. Das Publikum, besonders der offenkundige Fanclub mit großer Van Canto-Flagge, dankte es der Band mit tosendem Applaus und "Rakkatakka Motherfucker"-Sprechchören.

Im Anschluss folgten - entgegen der ursprünglichen Running Order - Crematory. Diese hatten mit Megaherz den "Startplatz" getauscht, weil letztere durch einen längeren Stau-Aufenthalt sonst zu spät für ihren Gig gewesen wären. Ein großes Lob an die Kollegialität von Crematory an dieser Stelle. Diese zählen seit Jahren zu meinen favorisiierten Metal-Combos, live gesehen habe ich sie aber bewusst noch nie. Und ehrlich gesagt war ich ein klein wenig enttäuscht... Zwar wurden sämtliche Top Hits (Temple Of Love, Infinity, Pray, Tears Of Time, Sense Of Time, Black Celebration...) gespielt, aber in meinen Augen haben sich die Gothmetal-Recken ein wenig die Stimmung selbst versaut. Schon früh kamen eher abfällige Kommentare, die in die Richtung zielten, das Publikum würde ja zu wenig mitgehen... Dass dies nicht gerade animierend auf selbiges wirkt, sollte eine solch erfahrene Band eigentlich wissen.


Oomph!

Megaherz hingegen konnte ich ja nun schon ein paarmal live erleben, und so wusste ich was mich erwartet: Ein richtig gutes, mitreißendes Rock´n´Roll-Fest. Sänger Lex Wohnhaas lief zur Bestform auf und scheint so langsam auch das leidliche "Alexx-Kopie"-Image endgültig abzuschütteln. Was will man groß sagen, außer, dass es toll war? Ach ein paar Songs, die gespielt wurden, kann ich noch aufzählen: Gott sein, Jordan, Ebenbild, Fauler Zauber, 5. März, Kopschuss, Herzblut, Heuchler, Miststück... Habe ich noch was vergessen?

Naja und dann kam der Headliner: Oomph! Oft gesehen, teilweise dran tot gehört... Oder doch nicht? Ich denke, es lag an vielen Faktoren, dass ich richtig begeistert war: Eine perfekt aufgelegte Band, die schon riesige Bühnen bespielt hat und sich dennoch in dieser tollen Kulisse richtig wohl zu fühlen schien. Eine grandiose Athmosphäre im Publikum... Und vielleicht auch ein wenig das Bier, was mein Blut durchfloss. Jedenfalls war das definitiv der beste Oomph!-Gig den ich subjektiv je erlebt habe, und insgesamt gab es derer doch schon einige. Hier eine (nicht unbedingt vollständige/100% korrekte) Liste des Sets: Träumst Du, Unsere Rettung, Fieber, Das Weiße Licht, Sex, Sex hat keine Macht, Spuren im Schnee, Revolution, Gekreuzigt, We Will Rock You, Labyrinth, Gott ist ein Popstar. Als erste Zugabe gab es Augen auf und Sandmann, als zweite Zugabe sang Dero dann noch den Franky Goes To Hollywood-Klassiker The Power Of Love. Ich hoffe, ich habe da jetzt nix durcheinander gebracht.

Und so ging dann wieder einmal ein Castle Rock zuende... Für mich persönlich fing es eher verhalten an, steigerte sich dann aber stetig und wurde letztlich doch zu einem richtig tollen Fest, an dessen Ende ich gerne noch mehr gefeiert hätte. So jedoch landete ich dann irgendwann mitten in der Nacht auf einer sehr befremdlichen Straßenparty... Aber das ist eine andere Geschichte. Bleibt nur noch eines: Aufs nächste Castle Rock freuen und wohlfühlen. Alle Infos findet ihr unter:

www.castlerock-festival.de

Bildergalerien by Semid:
Freitag
Samstag

14.07.2011 by Otti

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Kommentare

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Grimnoir schrieb am 30.07.2011 um 01:14:36:
Wieder mal ein ganz toller Bericht :) Und auch ein bischen lustig.. hrhr Liebe Grüße

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